Erstellt am 09. Februar 2015, 06:04

von Pia Seiser

Ja zu "Eltern-Strafen". 1.518 Teilnehmer haben auf NÖN.at abgestimmt: 92 Prozent sind für Strafen für unkooperative Eltern in der Schule.

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Bestrafung für unkooperative Eltern in der Schule? Diese Idee ist im Zuge der Integrationsdebatte aufgekommen. Sanktionen könnten Eltern demnach etwa dann drohen, wenn sie einer Einladung zum Elternsprechtag mehrmals nicht nachkommen oder desinteressiert an der Bildung ihrer Kinder sind.

Die NÖN wollte wissen: Soll es eine Strafe für unkooperative Eltern geben? Das Ergebnis der Umfrage ist eindeutig: 92 Prozent der NÖN.at-User sind für eine Bestrafung. Nur acht Prozent halten eine Strafe für nicht sinnvoll. Und Niederösterreichs Lehrer und Direktoren?

Die sind großteils anderer Meinung: Strafen seien laut ihnen nicht der richtige Weg. Der Waidhofner AHS-Direktor Roland Senk meint etwa: „Ich halte gar nichts davon, zusätzliche Strafen einzuführen, das bringt gar nichts. Das Wesentliche ist es, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen, wenn etwas nicht passt, und Probleme auf diese Weise zu lösen.“

Pädagogen sind für Gespräche statt Sanktionen

Und auch Rainer-Maria Weihs, Direktor der Sport- und Sprachmittelschule Schwechat, sagt: „Der Migrationshintergrund hat nichts damit zu tun, ob sich Eltern für ihre Kinder einsetzen. Ob Strafen etwas erreichen, bezweifle ich – oft kratzen betroffene Familien sowieso schon an der Armutsgrenze, da würden zusätzliche finanzielle Belastungen die Situation nur verschärfen.“

Persönlicher Kontakt und Gespräche mit den Eltern statt Sanktionen – dafür ist auch die Direktorin des BG Babenbergerring Wiener Neustadt, Maria Kornfeld: „Mit Strafen macht man es sich einfach. Was es wirklich braucht, ist Bewusstseinsbildung bei den Eltern – und zwar vom Kindergarten weg.“

Josef Spreitz, Direktor des Ostarrichi Gymnasiums Amstetten, schließt sich dieser Meinung an. „Aufmerksames Hinhören und schlussendlich gemeinsames Umsetzen von Lösungen“ strebt er an.

Stimmen aus NÖ

Markus Fallbacher, Tulln:

„Wenn das Gespräch nicht fruchtet, sollten Konsequenzen folgen. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man sich anpasst. Man sollte den Eltern klar machen, dass Bildung wichtig ist.“

Elena Stadnik-Holzer, Scheibbs:

„Natürlich müssen sich Eltern der Verantwortung für ihre Kinder bewusst sein. Dennoch denke ich, dass Strafen dieser Art nicht in eine demokratische Gesellschaft gehören.“

Walter Schröder, Stockern:

„Strafen sind nie gut – ganz egal welcher Art. Man sollte unbedingt Gespräche suchen, um Konflikte aus dem Weg räumen zu können. Das Wort Strafe allein klingt schon so negativ.“


Michaela Schneidhofer, Hernstein:

„Ich wäre dafür. Allerdings nicht mit Verwaltungsstrafen, die dann sowieso nicht bezahlt werden, sondern mit der Einbehaltung von Familienbeihilfen.“