Erstellt am 22. September 2014, 10:29

von Desiree Haselsteiner

Ja zum Jännertermin. 65 Prozent der NÖN-Leser stehen dem frühen Wahltermin positiv gegenüber. Die Parteien haben gemischte Gefühle.

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„Es ist ja nicht die erste Wahl für uns, und je früher gewählt wird, desto früher können wir uns wieder an die echte Arbeit machen“, erklärt Reinhard Groiss, Bezirksgeschäftsführer der ÖVP aus Tulln.

"Sparen uns die ganzen Wahlkampagnen"

65 Prozent der NÖN-Leser teilen laut Onlinebefragung diese Meinung und finden einen verkürzten Wahlkampf gut. „Auf alle Fälle ist der frühe Wahltermin besser, so sparen wir uns die ganzen Wahlkampagnen und jeder hat Zeit, sein Programm vorzustellen“, meint Franz Krippl aus Ollern. Als Chance, „schon zwei Monate früher etwas zu verändern und mit Misswirtschaft, Packelei und politischer Bevormundung abzurechnen“, sieht FP-Bezirksobmann aus Tulln Andreas Bors den Jänner-Termin.

Die etablierten Parteien ÖVP und SPÖ stehen hinter dem verfrühten Termin und erhoffen sich somit einen kurzen und fairen Wahlkampf. Im Gegenzug sind die Grünen und die FPÖ skeptisch.

"Angstreaktion der ÖVP und SPÖ"

Die Kremser Grüne Sandra Mayer bezeichnet den vorgezogenen Wahltermin als „Angstreaktion der ÖVP und SPÖ vor neuen Gemeindegruppen und Parteien“: „Damit wollen sie neu antretende Parteien auf dem falschen Fuß erwischen!“ Nichtsdestotrotz fühlen sich die Grünen und auch die FPÖ gut vorbereitet und stehen dem Wahlkampf positiv gegenüber. Die Freiheitlichen sprechen sich allerdings für wahlkampffreie Weihnachtsfeiertage aus.

FPÖ Bezirkshauptmann aus St. Pölten Erich Königsberger: „Weder Politiker noch die Bevölkerung sind erfreut, während der Weihnachtszeit einen Wahlkampf zu erleben.“

Auch die NEOS werden in den Bezirken im Wahlkampf mitmischen. Günter Kreuzberger, Regionalkoordinator der NEOS in Krems, meint, man werde ein geringeres Wahlkampfbudget mit sehr viel persönlichem Engagement der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter wettmachen.


Stimmen aus NÖ

Werner Fischer, Kirchberg am Walde:
„Ich finde es gut, dass der Wahlkampf kurz sein wird, da kann man weniger streiten. Ich bin selbst Gemeinderat, wir können uns den Termin nicht aussuchen, der wird von oben verordnet.“

Roland Haselsteiner, Bruckbach:
„Ich finde es gut, dass die Wahlen dieses Jahr früher angesetzt wurden. Der Wahlkampf wird somit verkürzt und es können Kosten und Steuergelder gespart werden.“

Gertrude Hochwallner, St. Leonhard am Forst:
„Dass früher gewählt wird, ist eigentlich bedeutungslos. Ich sehe keine Veranlassung für den verfrühten Termin. Es wird sich nichts ändern, weder im positiven noch im negativen Sinn.“

Michael Pössl, Wiener Neustadt:
„Wenn sich etwas verändert, finde ich die früheren Wahlen sinnvoll. Die momentane Lage ist aber auch recht zufriedenstellend.“