Erstellt am 13. April 2015, 09:32

von Christine Haiderer

Milch nicht zu billig. Ende der Milchquote: Die Milchbauern blicken besorgt in die Zukunft. 80 Prozent der NÖN-User halten den Milchpreis aber für angemessen.

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Nach 37 Jahren ist die Milchquotenregelung mit 1. April gefallen. Grund für die damalige Einführung: Der Überproduktion von Milch und Milchprodukten – den sprichwörtlichen Milchseen – sollte durch Reglementierung vorgebeugt werden. Während die Bauern nun finanzielle Unsicherheit befürchten, beschwichtigen Molkereien und Landwirtschaftskammer. Auch die NÖN hat nachgefragt: Wird Milch derzeit zu billig verkauft?

81 Prozent der 8.785 auf NÖN.at abgegebenen Stimmen lauten auf „Nein“, 19 Prozent stimmten mit „Ja“. Die Mehrheit der NÖN-Leser hält den Preis also für in Ordnung. Einige Stimmen aus Niederösterreich merken aber an, dass die Erzeuger zu wenig für ihr Produkt bekommen.

Das Ende der Quotenregelung bedeutet Chancen und Gefahren für die Bauern, sagt St. Pöltens Bezirksbauernkammer-Obmann Anton Hieger. „Die einen expandieren und weiten die Produktion aus, die anderen werden ihre Stalltüre für immer schließen.“

Landwirt Franz Purker aus Wolfshofersamt ist verunsichert: „In einem Schreiben ist uns mitgeteilt worden, dass der Milchpreis im April zunächst einmal so bleibt wie im März. Aber man wird erst sehen: Wenn künftig mehr Milch geliefert wird und sie die Milch nicht absetzen können, wird der Preis für den Produzenten sinken.“

Leopold Gruber-Doberer von der NÖ Milchgenossenschaft meint dazu: „Die Bauern sollen einfach weitermelken, schließlich ist zu Tode gefürchtet auch gestorben.“

Die heimischen Produzenten können sich durch gentechnikfreie Milch und hohen Bio-Anteil abheben, so Klaus Hirner, Bauernkammer-Obmann und Milchbauer aus Waidhofen. Für Qualität würde man tiefer in die Tasche greifen: „Fürs iPhone gibt man auch freiwillig mehr Geld aus, also warum nicht auch für Milchprodukte?“


Stimmen aus NÖ

Stefan Streitner, Behamberg: „Die Milchproduktion von der Wiese bis zum Melken ist ein extremer Arbeitsaufwand. Damit sich dieser lohnt, sollte der Konsument für die Qualität auch den entsprechenden Preis bezahlen.“

Erich Holzer, St. Pölten: „Ja, sie ist zwar ein Grundnahrungsmittel, aber trotzdem: Die Milchbauern bekommen zu wenig. Wenn sie jetzt zwei oder drei Cent teurer wäre, würde mich das auf keinen Fall stören.“

Kerstin Janek, Gmünd: „Ich glaube nicht, dass Milch zu billig ist, sie kostet genug. Wichtig wäre es, dass die Konsumenten mehr darauf achten, Milch aus der Region und von Biobauern zu kaufen.“

Dominik Farfeleder, Konradsheim: „Der Preis, den die Milch im Geschäft kostet und der, den die Bauern dafür bekommen, klafft weit auseinander. Da bleibt, finde ich, verhältnismäßig zu viel im Handel liegen.“