Erstellt am 25. August 2014, 00:01

von Madeleine Kopitschek

Post: Weniger Service. Postämter werden zunehmend durch Postpartner ersetzt. Darunter leidet auch die Service-Qualität, meinen die NÖN-Leser.

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Seit 2001 gibt es in Niederösterreich Postpartner. Dort können Poststücke aufgegeben oder Geldverkehrsangelegenheiten erledigt werden. Die „Ersatz-Postämter“ sind meist Greißlereien, kleine Supermärkte, Trafiken oder auch Gemeindeämter.

Die Postpartner werden von den NÖN-Lesern begrüßt, doch das Service lässt zu wünschen übrig. 94 Prozent der Teilnehmer der NÖN-Umfrage sind der Meinung, dass das Service der Postpartner nicht so gut ist wie bei früheren Postämtern.

Doch nicht überall ist man mit dem Service unzufrieden. „Die Bevölkerung ist zwar mit der Serviceleistung zufrieden, wenn man aber die investierte Zeit mit den Provisionen, die die Post zahlt, in Verbindung bringt, dann ist das für uns kein großer Gewinn“, sagt Rudolf Zotter, Inhaber eines Nahversorger-Geschäftes und Postpartner in Irnfritz.

Anders sieht das Johann Mohr, Postpartner in Wagram mit Spar-Markt: „Am Anfang wurde zwar gemeckert, aber dann haben die Leute gesehen, dass es mit den Öffnungszeiten eine Verbesserung ist.“

In einigen Bezirken gibt es auch Orte, wo die Gemeinde ein Postpartner ist. Hier gibt es vielerorts Kritik an der Post.

Großteils herrscht Zufriedenheit

Andreas Pichler, Bürgermeister von Lichtenau: „Die Unterstützung seitens der Post lässt sehr zu wünschen übrig. Es werden zunehmend Tätigkeiten abgebaut, die der Postpartner erledigen darf. Man hat anscheinend nicht viel Interesse daran, dass das weitergeführt wird.“

Großteils sind die Postpartner aber zufrieden mit der Zusammenarbeit mit der Post.

Christa Hörndl, Betreiberin eines Kaufhauses in Neupölla und Postpartnerin: „Postpartner zu werden war eine gute Entscheidung. Ich benötige keine zusätzlichen Angestellten dafür, sondern es rennt alles nebenbei und ich kann trotzdem einen kleinen Zusatzverdienst vorweisen.“


Stimmen aus NÖ:

Josef Schmid, Schweiggers:
„Es ist schon ein Nachteil, dass es kein Postamt mehr gibt. Es werden nicht mehr alle Leistungen geboten, und der Service ist mangels Erfahrung nicht vergleichbar.“

Josef Kornberger, Spratzern:
„Ich glaube schon, dass der Service schlechter ist. Erstens war die Post sympathischer, zweitens sind die Wartezeiten jetzt länger. Trotzdem wird sich dieses System landesweit eher durchsetzen.“

Hubert Ettenauer, Lengenfeld:
„Das Postamt fehlt in der Ortschaft. Ein Postpartner kann es nicht ersetzen. Das ist ein großes Problem für ältere Menschen, die kein Auto haben. Jüngere kommunizieren ohnehin elektronisch.“

Werner Polzer, Hadres:
„Mir geht das Service eines Postamtes schon sehr ab. Es gibt zwar in der Ortschaft einen Postpartner, aber das Gleiche ist es nicht. Es sollte wieder mehr Postämter im Bezirk geben.“