Erstellt am 30. März 2015, 05:00

von Pia Seiser

Schaden für Branchen. Steuerreform/Wirte und Hoteliers fühlen sich von der Steuerreform negativ betroffen. Auch 84 Prozent der NÖN.at-User sind unzufrieden.

 |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Die Steuerreform ist in aller Munde. Besonders betroffen fühlen sich Hotels sowie Gastronomie. Die Registrierkassenpflicht stelle sie unter Generalverdacht, die Mehrwertsteuererhöhung führe zu einer Wettbewerbsverzerrung, sagen sie. Deswegen kam es zu ersten Protesten vor dem Kanzleramt.

Die NÖN wollte nun von ihren Usern wissen: Sind Sie mit der Steuerreform zufrieden? Das Ergebnis ist eindeutig: 84 Prozent (von 1.260 abgegebenen Stimmen) stimmten auf NÖN.at mit „Nein“ ab, nur 16 Prozent mit „Ja“.

Und was sagen die Hotel- und Gastronomiebetriebe in Niederösterreich? „Es ist sicher auch eine Wettbewerbsverzerrung“, meint Franz Fakler, Inhaber der „Kuhstallbar“ in Tribuswinkel und des Landhotels und Restaurants „Jagdhof“ in Guntramsdorf. „Ich habe in meinen Betrieben schon immer mit Registrierkassen gearbeitet. Nur finde ich, es sollte bei den Großen auch strenger kontrolliert werden. Es sollte doch bei den Ausgaben mehr gespart werden. Aber da wagt sich keine Regierung drüber, dieses Thema nur anzugreifen.“

Laut Franz Buchinger (Landgasthof Buchinger im Bezirk Horn) sollte der Bürger nicht glauben, die Wirte seien gegen Registrierkassen, weil sie etwas an der Finanz vorbeischwindeln wollen. „Aber manches ist einfach logistisch nicht zu bewerkstelligen. Wie soll ich bei einer Veranstaltung in wenigen Minuten Pause 600 Gäste bedienen, wenn jeder eine Rechnung bekommen muss?“

Erich Moser, Geschäftsführer des Hotelrestaurants Höldrichsmühle sowie Leiter der Fachgruppe Hotellerie der Wirtschaftskammer Mödling, hält vor allem die steigende Mehrwertsteuer für einen neuralgischen Punkt: „Wir haben seit Jahren eine sinkende Auslastung, und ich bezweifle, dass der Konsument einen weiteren Preisanstieg schlucken wird. Das schädigt die Branche massiv.“


Stimmen aus NÖ

Anita Mayerhofer, Wiener Neustadt:
„Meiner Meinung nach ist sie positiv. Man hat nicht oft das Gefühl, sagen zu können, dass sich in unserem Land etwas zum Positiven verändert. Was sich jetzt genau ändert, steht noch in den Sternen.“

Edmund Ringl, Rappolz:
„Was die Steuerreform für den Einzelnen bringt, ist im Detail noch nicht bekannt. Bei der Hofübergabe werden sich die erhöhten Grunderwerbs- und Erbschaftssteuern negativ auswirken.“

Ilse Pachler, Traisen:
„Wird auf der einen Seite gespart, muss man den Betrag an einer anderen Stelle wieder hereinbekommen. Daher bezweifle ich etwaige Verbesserungen und fürchte, dass wieder das Volk zahlt.“

Edda Koinig, Neunkirchen:
„Die Steuerreform hat ja schon ein paar gute Ansätze, doch ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie man über fünf Milliarden Euro sparen will. Das ist nicht möglich.“