Erstellt am 02. Februar 2015, 05:54

von Pia Seiser

Ortschef nicht als Job. 82 Prozent der NÖN.at-User sehen laut Umfrage nach der Wahl hauptberufliche Ortschefs als nicht notwendig an.

Symbolbild  |  NOEN, Erwin Wodicka
Brauchen wir hauptberufliche Bürgermeister? So hat die Umfrage – passend zur vergangenen Gemeinderatswahl – diesmal gelautet. 570 niederösterreichische Gemeinden haben dabei gewählt. In den größeren Gemeinden oder Städten ist ein Vollzeit-Bürgermeister keine Seltenheit. Die kleineren Gemeinden haben aber oftmals keine hauptberuflichen Ortschefs.



Auf NÖN.at gaben 3.223 User ihre Stimme zu diesem Thema ab. Das Ergebnis: 18 Prozent befinden es für notwendig, dass Bürgermeister ihr Amt hauptberuflich ausüben. Der Rest, nämlich 82 Prozent, sehen das als überflüssig an. Die NÖN hat außerdem in den Bezirken nachgefragt, ob die Niederösterreicher einen Vollzeit-Ortschef wollen und brauchen. Die Meinungen gehen dabei auseinander.

Manfred Pfarr, Polizist aus Niederabsdorf (Bezirk Gänserndorf) meint etwa: „Das ist abhängig von der Größe einer Gemeinde. Die Position ist mit viel Zeitaufwand verbunden, ein Bürgermeister muss präsent sein.“ Das sieht auch Studentin Andrea Jenny aus Bad Vöslau so: „Ab einer gewissen Gemeindegröße braucht es hauptberufliche Bürgermeister. Das Aufgabengebiet ist vielfältig. Bei einem 200-Seelen-Ort ist das bestimmt einfacher.“ Ganz anderer Meinung ist Susanna Hübner aus Gießhübl im Bezirk Mödling, für sie muss das Amt ein Vollzeit-Job sein: „Es ist viel Verantwortung und man kann leicht von anderen Verpflichtungen abgelenkt werden.“

Und auch Kurt Künzl aus Laa im Bezirk Mistelbach schließt sich Hübner an. Das Bürgermeister-Amt neben einer anderen Tätigkeit auszuüben befindet der Pensionist als zu viel: „Da die Belastung und Verantwortung eines Bürgermeisters enorme Ausmaße angenommen hat, wäre es sinnvoll, einen hauptamtlichen Bürgermeister für eine Periode befristet zu wählen.“
 

Stimmen aus NÖ

Anna Gröbl, Horn:
„Es kommt auf die Größe der Gemeinde an. Gemeinden sollten selbst entscheiden können, ob ein hauptberuflicher Bürgermeister Sinn macht. Aber in einigen Jahren wird jede einen haben.“

Heidi Wolmersdorfer, Reinsberg:
„Ich finde, dass die Tätigkeit als Bürgermeister sehr umfangreich ist. Deshalb sollte es auch in kleineren Gemeinden möglich sein, einen hauptberuflichen Bürgermeister einzusetzen.“

Rene Bröderbauer, Gmünd:
„Wir haben in Gmünd einen Bürgermeister mit Fixanstellung. Das macht Sinn, denn Gmünd ist eine große Stadt. Kleine Gemeinden im Umkreis können weiterhin nebenberuflich betreut werden.“

Franz Bruckner, Wolfsberg:
„Bei größeren Gemeinden sollte es wirklich so sein. Hier ist ein höherer Arbeitsaufwand notwendig. Es braucht deshalb hauptberufliche Bürgermeister.“