Erstellt am 17. November 2014, 11:41

von Teresa Sturm

Schlimme Schüler: Sozialdienst als Strafe. Kontrovers wird das Thema Strafen für Schüler diskutiert. 84 Prozent der NÖN-Leser wollen Sozialdienst als Strafe.

Strafen für Schüler sind derzeit laut Schulunterrichtsgesetz verboten. Es gibt aber Überlegungen, das zu ändern.  |  NOEN, Shutterstock/Lucky Business
Der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer hat vorgeschlagen, den Lehrern mehr Handhabe gegen schlimme Schüler zu geben. Zusatzübungen oder auch ein paar Stunden Sozialdienst wären für ihn und Paul Kimberger, oberster Gewerkschafter der Pflichtschullehrer, vorstellbar. Doch haben Strafen dieser Art wirklich einen positiven Effekt auf junge Menschen?

Der Direktor des BG/BRG Lilienfeld, Josef Heindl, betont, dass Vorbeugung und Aufklärung der Schlüssel sei, nicht die Bestrafung. „Die Anerkennung von grundlegenden Regeln im sozialen Miteinander ist aber notwendig. Wird immer wieder dagegen verstoßen, muss es auch Konsequenzen geben“, meint Heindl.

Strafen sollten nicht ausufern

Wolfgang Steinbauer, Direktor des Gymnasiums Zwettl, könnte der Idee von Enzenhofer prinzipiell schon etwas abgewinnen: „Strafen haben ja auch Erziehungscharakter. Sie sollten jedoch nicht unverhältnismäßig sein und nicht ausufern.“ Alternativen würde es geben, indem man mit den betroffenen Schülern redet, damit sie ihr mögliches unsoziales Tun einsehen.

Auch der Schulsprecher der BHAK Zwettl, Tobias Damberger, glaubt, es gebe sinnvollere Methoden: „Es macht mehr Sinn, den Schülern die Möglichkeit zu geben, ihren Fehler auszubessern. Wieso nicht den Schülern einen Teil des Lernstoffes der nächsten Stunde vortragen lassen?“ Wenn keine Veränderung des Verhaltens auftritt, könne man immer noch auf konventionelle Methoden zurückgreifen, findet Damberger.

Obwohl viele der befragten Lehrer, Direktoren und Schüler von der Wirkung vom Sozialdienst als Strafe nicht überzeugt sind, spricht sich bei den NÖN-Lesern eine Mehrheit von 84 Prozent sehr deutlich dafür aus. Natürlich müsse man diese Möglichkeit von Schüler zu Schüler neu abwägen.


Stimmen aus NÖ

Barbara Baumann, Ulmerfeld: „Meiner Meinung nach sind ähnliche Maßnahmen in den Schulen bereits vorhanden. Es ist nicht zwingend notwendig, so etwas einzuführen. Erziehung sollte zudem auch zu Hause stattfinden.“

Bernd Dadek, Wiener Neustadt: „Ich finde, dass Schülern härtere Strafen nicht schaden würden. Zurzeit gibt es eigentlich keine Strafen, die wirklich Konsequenzen mit sich bringen. Lehrreiche Maßnahmen wären adäquat.“

Sara Kusolitsch, Mannersdorf: „Sozialdienst für Schüler wäre nicht schlecht, wenn die Bestrafung im Rahmen bleibt. Schüler müssen lernen, dass ihre Handlungen Konsequenzen haben.“

Maria Seidl, Eschenau: „Ich begrüße Sozialdienst für Schüler generell. Über Strafen nachzudenken ist schwierig, man sollte viel früher fördernd ansetzen. Wenn Schüler schlimm sind, ist das ein langer Prozess.“