Erstellt am 08. Dezember 2014, 23:20

von Teresa Sturm

Schulwart: Der vergessene Job. Ob dieser Beruf noch nötig sei, fragt Rotraut Perners "Der vergessene Schulwart". 62 Prozent der NÖN-Leser sagen "Nein".

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In die Welt eines Schülers gehört der Schulwart genauso wie Lehrer und Direktoren. Oft haben sie auch den besten Überblick, was im Schulgebäude so passiert. Ende September wurde das Buch „Der vergessene Schulwart“ von Rotraud Perner veröffentlicht. Darin ruft die Psychoanalytikerin dazu auf, diesen Berufsstand wieder mehr wertzuschätzen. Doch ist der Berufsstand des Schulwarts heutzutage noch notwendig?

Schulwart zu sein bedeutet heutzutage weit mehr, als für Sauberkeit im Schulgebäude zu sorgen. „Sie müssten eigentlich „Facility Manager genannt werden, sie sind die Schaltzentrale für alles in der Schule“, so BORG-Direktor in Wiener Neustadt, Herbert Jantscher. Nicht nur in den Bereichen von Technik bis Reinigung kümmere man sich in dem Beruf, sondern Schulwarte seien auch Ansprechpartner für Schüler wie Lehrkräfte, ist sich Jantscher sicher.

Auch für Leopold Maresch, Schulwart in der IMS Lanzendorf, wäre eine Schule ohne diesen Beruf völlig undenkbar. Laut ihm gebe es zu viele Vorkommnisse, die ohne Schulwart nicht erledigt werden können. „Man muss putzen, heimwerken, einkaufen, wegräumen. Es geht darum, dass die Kinder sich wohl fühlen“, erläutert Maresch. Peter Zehmann, Direktor an der Polytechnischen Schule in Bruck, kann sich einen Schulbetrieb ohne seinen Schulwart nicht vorstellen. Für große Reparaturen, wie etwa einen Rohrbruch, werden aber Fremdfirmen beauftragt.

62 Prozent der NÖN-Leser finden den Beruf des Schulwarts nicht mehr unbedingt zeitgemäß, obwohl seine Arbeit früher sehr wohl geschätzt wurde. Viele argumentieren aber, dass es vielleicht kostengünstigere Lösungen gebe. 38 Prozent glauben, dass der Job des Schulwartes nach wie vor nötig ist. Als jemand, der sich auch intern auskenne, sei er eine große Hilfe.

Stimmen aus NÖ:

Erich Schleifer, Marktl:
„Der Beruf des Schulwartes hat absolut seinen Sinn. Zu meiner Schulzeit genoss der Schulwart großen Respekt. Ich hoffe, es ist auch heute noch so. Immerhin hält er alles zusammen.“

David Aichberger, St. Pölten:
„Generell schon, beispielsweise für Reparaturen oder wenn ein Spind aufgebrochen werden muss, was bei uns häufig passiert. Zum Jausenverkauf wäre er aber nicht unbedingt nötig.“

Renate Teubenbacher, Frankenfels:
„Auf jeden Fall ist der Job wichtig! Bei uns sind die Schulwarte nicht nur für die Reinigung und die Wartung zuständig. Sie achten auch darauf, dass die Kinder täglich eine gesunde Jause bekommen.“

Martina Moringer:
„Schulwarte finde ich sehr wichtig. Extra jemanden für Wartungen kommen zu lassen, ist lästig für Schulen und braucht bestimmt mehr an Zeit.“