Erstellt am 22. Dezember 2014, 11:08

von Teresa Sturm

Steuer-Debatte: Keine Reform in Sicht. ÖVP und SPÖ haben ihre Steuerreformkonzepte präsentiert. 82 Prozent der NÖN-Leser glauben aber nicht an deren Umsetzung.

 |  NOEN, (Werner Müllner)
Neben einigen Gemeinsamkeiten – beide Regierungsparteien wollen Steuerausnahmen streichen – gibt es viele Differenzen zwischen dem Steuerreformkonzept der ÖVP und dem der SPÖ. Die SPÖ setzt nach wie vor auf Vermögenssteuer, während die ÖVP die Sozialversicherungsbeiträge für höhere Einkommen anheben will.

Diskutiert wird über eine Reform des Steuersystems schon lange. Die NÖN-Leser verlieren langsam das Vertrauen und glauben nicht mehr, dass die Parteien sich einigen können.

Einkommen zu hoch besteuert

In St. Pölten ist man sich nur darin einig, dass die Einkommen zu hoch besteuert sind. Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) will, dass – wie im SPÖ-Konzept – nur die unteren und mittleren Einkommen weniger besteuert werden. ÖVP-Stadtchef Matthias Adl geht da konform mit Finanzminister Hans Jörg Schelling und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner. Sie stehen für eine geringere Besteuerung aller Einkommen.

„Politiker reden immer viel. Passieren tut dann nichts.“

Dass die Politiker sich einigen und eine gemeinsame Reform auch tatsächlich schaffen, bezweifeln inzwischen viele NÖN-Leser. So auch Sabina Dworak, Verkäuferin in St. Pölten: „Politiker reden immer viel. Passieren tut dann nichts.“ Sie wünscht sich, dass gerade Jungfamilien steuerrechtlich entlastet werden. Sogar jene, die davon überzeugt sind, dass eine Steuerreform kommen wird, bezweifeln deren Wirkung. So wie Theresa Ludwiger, Angestellte aus Wiener Neustadt. Sie glaubt zwar an die Durchführung der Steuerreform, es wird laut ihr aber „eine österreichische Kompromisslösung“ werden.

Und so haben auch 82 Prozent der NÖN-Leser bei der Online-Umfrage angegeben, dass die Regierung keine Steuerreform schaffen wird. 18 Prozent, der NÖN-Leser, die ihre Stimme abgaben, haben jedoch nach wie vor Vertrauen in eine Durchführung einer Reform vonseiten der Regierung.


Stimmen aus NÖ

Beatrice Aigner, Klosterneuburg:
„Ich glaube nicht, dass die Regierung eine Reform schaffen wird. Derzeit ist einfach zu wenig Homogenität in unserer Regierung. Es fehlt an Konsens und Bereitschaft.“

Wolfgang Grubner, Loich:
„Ich setze, was die Steuerreform betrifft, voll auf den neuen Finanzminister Schelling, der aus der Wirtschaft kommt. Ich hoffe, er hält es ein, dass bei Ausgaben gespart wird, und so die Reform finanziert werden kann.“

Jürgen Lang, Etsdorf:
„Es gibt zu viele Unstimmigkeiten zwischen den Parteien. Diese Steuerreform ist nicht finanzierbar und wird nicht zustande kommen. Die Hypo hat den Steuerzahler zu viel gekostet.“

Anton Hofegger, Frankenfels:
„Die Koalitionspartner sind nahezu gezwungen, eine Reform zu schaffen. Sonst würde es wahrscheinlich zu Neuwahlen kommen, und dies würde der FPÖ nützen.“