Erstellt am 27. März 2016, 05:04

von NÖN Redaktion

Studium und Beruf auf Schiene. Nach einer Lehre als Elektroanlagentechniker und der HTL-Matura in der Abendschule, studiert Lukas Waismayer jetzt berufsbegleitend „Bahntechnologie und Mobilität“ an der FH St. Pölten.

Lukas Waismayer studiert neben seinem Job an der Fachhochschule St. Pölten »Bahntechnologie und Mobilität«.  |  NOEN, Carina Rambauske
Das hätte sich Lukas Waismayer vor zehn Jahren nicht gedacht, dass er einmal studieren würde. Nach der Polytechnischen Schule war für ihn klar, dass er auf jeden Fall arbeiten und Geld verdienen möchte und begann deshalb eine Lehre als Elektroanlagentechniker bei den ÖBB in St. Pölten.

„Ich wollte absolut nicht weiterlernen“, war sich der heute 27-Jährige damals sicher. Zwölf Jahre später zeigt sich das Bild jedoch anders: Nach dem Lehrabschluss holte er die Matura in der HTL-Abendschule nach, wechselte nach erfolgreichem Abschluss von der St. Pöltner Werkstätte ins Engeneering in das Technisches Services Werk Simmering und begann mit dem Bachelorstudiengang „Bahntechnologie und Mobilität“ an der Fachhochschule St. Pölten.

Mit FH-Studium Wissen zusätzlich erweitert

„Das Eisenbahnwesen ist faszinierend und unglaublich umfangreich. Das Studium zeigt mir auch andere Sparten, als jene, in der ich arbeite“, begründet der Mistelbacher den Entschluss, neben seinem Beruf einem Studium nachzugehen.

„Es ist ein Studium direkt an der Materie, und die Professoren sind bemüht, den Stoff interessant und nicht trocken zu vermitteln. Und es ist keine Massenabfertigung, sondern ein überschaubarer Rahmen“, nennt Waismayer die Vorzüge des FH-Studiums. Praxisbezogener Unterricht wird zusätzlich im Bildungszentrum in Wörth geboten: aufgeschnittene Fahrzeuge, Weichenanlagen, Signal- und Stellwerkstechnik von 1908 bis heute.

„Früher habe ich an Loks aus den Jahren 1960 bis 2000 gearbeitet und so die Entwicklung der Technik und die Umsetzung am Fahrzeug über die Jahre kennengelernt“, blickt Lukas Waismayer gerne an jene Zeit zurück, als er noch in der Werkstätte in St. Pölten im Einsatz war. Heute ist er in Simmering für Umbauten und Erneuerungen an Fernverkehrsfahrzeugen zuständig. Und mit dem FH-Studium wird sein Wissen über das große Ganze des Eisenbahnwesens zusätzlich erweitert.

Ein Wissen, das er ohne die Möglichkeit, berufsbegleitend zu studieren, nicht hätte. „Ich würde nicht studieren, wenn es sich mit der Arbeit nicht ausgehen würde“, stellt Waismayer klar. Und so beißt er sich neben seinem 40-Stunden-Job durch und sitzt alle zwei Wochen freitags und samstags und in zwei Intensivwochen pro Semester in der Fachhochschule. „Man muss zwar privat zurückstecken, hat wenig Freizeit, aber es ist ein wirklich interessantes Studium“, so Waismayer. Außerdem gibt es da auch noch die Studienkollegen: „Wir puschen uns gegenseitig.“

Berufsbegleitend studieren

Der Großteil der berufsbegleitenden Studiengänge ist an die Bedürfnisse der berufstätigen Studenten angepasst. Verpflichtende Präsenzveranstaltungen sind auf den Abend oder das Wochenende gelegt. Viele Unis und Fachhochschulen setzen auch gerne E-Learning Methoden ein.

Vorteile eines berufsbegleitenden Studiums:

  • Berufsbegleitende Studenten können ihren Beruf beibehalten und verdienen weiterhin ein normales Gehalt.

  • In manchen Fällen unterstützt der Arbeitgeber in finanzieller Hinsicht und übernimmt beispielsweise den Studienbeitrag.

  • Wer studiert, überzeugt auch in seinem Beruf durch fachliche Weiterentwicklung und die direkte Anwendbarkeit des Gelernten in der Praxis.

  • Punkten für die Zukunft: Künftige Arbeitgeber schätzen Absolventen eines berufsbegleitenden Studiums sehr. Diese bringen ein hohes Maß an Durchhaltevermögen und Einsatzbereitschaft sowie Disziplin und Eigeninitiative mit.  

Informationen: www.studieren.at