Erstellt am 09. März 2015, 05:10

von Pia Seiser

Härtere Strafen sinnvoll. 3.003 NÖN.at-User haben abgestimmt: 94 Prozent davon fordern eine Erhöhung des Strafrahmens für Tierquäler.

 |  NOEN, Ksenia Raykova / Shutterstock.com

Erschreckende Schlagzeilen wie „Schuss-Attentat auf Hunde“ oder „Tötet Tierhasser Hunde mit Gift?“ schockieren immer wieder.

Schon vor einigen Wochen hat Justizminister Wolfgang Brandstetter angedeutet, dass er sich ein höheres Strafmaß für Tierquäler vorstellen kann. Bei der dieswöchigen Umfrage wollte die NÖN wissen: Sind härtere Strafen für Tierquäler sinnvoll?

DIE NÖN-ONLINE-UMFRAGE:

Das Ergebnis ist eindeutig. 94 Prozent der NÖN.at-User fordern härtere Strafen. Nur sechs Prozent halten das jetzige Strafmaß für ausreichend. Katia Waitz, Tierärztin in der Tierklinik Gmünd hält höhere Strafen nur für bedingt geeignet, um solche Taten zu verhindern, aber meint: „Es ist gut, ein Zeichen zu setzen, dass Tierquälerei kein Kavaliersdelikt ist.“

Michael Nathaniel aus Schwadorf im Bezirk Schwechat sagt zum Thema: „Menschen, die bewusst Tiere quälen, gehören bestraft. Als taugliches Mittel sehe ich aber keine Erhöhung der Geldstrafen, sondern entweder unbedingte Freiheitsstrafen oder Sozialstunden im Tierheim.“

Beatrice Aigner, Obfrau des Tierschutzvereines Klosterneuburg sieht das jetzige Strafmaß als nicht ausreichend an: „Noch immer werden Tiere als Sache vor dem Gericht angesehen. Sie sind aber Lebewesen, die Trauer, Angst, Schmerz und Liebe empfinden. Wenn ein Taschendiebstahl eine höhere Strafe nach sich zieht als Tierquälerei, läuft in unserem Land etwas schief.“

Ähnlich sieht das die Obfrau des Tiervereins „help zwei und vier beine“ in Zwettl, Henriette Gratzl: „Es gehört unbedingt etwas geändert. Mehr Kontrollen und viel höhere Strafen. Allein die Tatsache, dass der Großteil unserer Tiere durch Aussetzung, Verwahrlosung und Misshandlung bei uns gelandet ist, spricht für sich.“ Sie wünscht sich außerdem mehr Unterstützung vom Land für Menschen, die Not leidende Tiere aufnehmen.


ZITIERT

Clemens Binder, Dimling:
„Ein Jahr Höchststrafe ist zu wenig, die Strafen sollten erhöht werden. Tiere werden noch immer als Sachen behandelt. Gerade bei Tierquälereien sollte härter vorgegangen werden.“

Otto Schöffel, Hollabrunn:
„Sinnvoller als eine Freiheitsstrafe zu verhängen ist für mich das Ableisten von Sozialstunden. Die Härte der Strafe sollte dann je nach Schweregrad der Tat bestimmt werden.“

Daniela Johann, Dürnkrut:
„Ich finde härtere Strafen sinnvoll, um die Abschreckung zu erhöhen. Ob das etwas bringt, bleibt abzuwarten. Die Tiere können nichts dafür, und es könnten auch Kinder bei solchen Aktionen gefährdet sein.“

Teresa Cserveny, Wolfpassing:
„Ich bin für Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren – natürlich abhängig von der Tat. Für mich zählt Tierquälerei zu den schlimmsten Vergehen.“