Erstellt am 13. März 2016, 05:04

Wie entsteht ein Studiengang?. Auf den Fachhochschulen beginnen regelmäßig neue Studiengänge. Doch was passiert am Weg von der Idee einer neuen Ausbildungsmöglichkeit bis zur Umsetzung?

Viele Studierende leben in Wohngemeinschaft, nicht nur, um Anschluss zu finden, sondern auch, weil sich so leicht Geld sparen lässt.  |  NOEN, Shutterstock.com/Syda Productions

Seit über 20 Jahren gibt es Fachhochschulen in Österreich. Berufsbezogene und praxisnahe Kurse stehen hier im Fokus. Derzeit besuchen 13 Prozent der Studierenden eine Fachhochschule in Österreich.

Langer Weg von der Idee zur Umsetzung

Um immer mehr Interessen abzudecken, werden regelmäßig neue Studiengänge auf Fachhochschulen eingeführt. Von der Idee einer neuen Studienrichtung zu deren Umsetzung ist es allerdings ein langer Weg.
Unter dem Namen „Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria“ (AQ) sind seit 1. März 2012 die bisherigen Aufgaben der „Österreichischen Qualitätssicherungsagentur“ (AQA), des „Österreichischen Fachhochschulrates“ (FHR) und des „Österreichischen Akkreditierungsrates für Privatuniversitäten“ (ÖAR) vereint.

Möchte eine Fachhochschule einen neuen Studiengang einrichten, muss zuerst ein Antrag auf Finanzierung ans Ministerium gestellt werden. Entscheidet dieses dann, dass zum Beispiel die 30 gewünschten Studienplätze finanziert werden können, muss die FH einen Akkreditierungsantrag an die AQ stellen, in dem sie darlegt, dass alle Akkreditierungskriterien erfüllt sind.

Es gibt viele dieser Kriterien, besonders wichtig sind aber fünf Punkte:

  • Es muss ein geeignetes Qualifikationsziel geben, also das, was die Studierenden am Schluss wissen müssen.

  • Dieses Ziel muss sinnvoll im Studiengang-Konzept umgesetzt werden.

  • Es müssen die erforderlichen Ressourcen vorhanden sein, also zum Beispiel Lehrende oder Räumlichkeiten.

  • Der Studiengang muss dem Konzept entsprechend umgesetzt sein.

  • Qualitätssicherung muss gewährleistet werden.

Dann werden von der „Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria“ Gutachter bestellt, die die Unterlagen analysieren sowie die Hochschule besuchen, um dort mit allen Kooperationspartnern zu sprechen und sich ein Bild zu machen.

Danach wird ein Gutachten verfasst, auf deren Grundlage entschieden wird, ob der Studiengang akkreditiert wird. Dieses Verfahren darf nicht länger als neun Monate dauern und dauert im Schnitt sieben.
Die FH ist verpflichtet, jährlich einen Jahresbericht einzureichen, indem auch Änderungen dargelegt werden. Wenn die FH Änderungen am Studiengang vornehmen möchte, die die Kriterien betreffen, muss das erneut überprüft werden.

www.aq.ac.at

 


Worauf muss ich im ersten Semester achten?

Der Studienstart ist für die meisten Studierenden mit viel Bürokratie verbunden. Vieles, was einem in der Schulzeit noch auf dem Silbertablett serviert wurde, muss man sich nun selbst organisieren. Da gibt es einiges zu beachten:

Die Wohnsituation:
Zu allererst sollte man sich überlegen, ob man in einer Wohngemeinschaft, einem Studentenheim oder einer eigenen Wohnung wohnen möchte. Studentenheime haben den Vorteil, dass sie meist in der Nähe des Ausbildungsortes sind. Auch Anschluss findet man leichter und die Zimmer sind im Regelfall billiger als eine Wohnung. Wer aber Ruhe braucht, ist vielleicht mit einer Wohngemeinschaft mit Rückzugsraum glücklicher. Lebt man gemeinsam, wird auch eine Wohnung im Stadtgebiet leistbar.

Öffentliche Verkehrsmittel:
Meistens gibt es für die öffentlichen Verkehrsmittel Rabatte für Studierende und verbilligte Semesterkarten. Ist man rechtzeitig darüber informiert, kann man sich oft hohe Summen ersparen.

Fristen:
Viele Studiengänge verlangen Aufnahmetests, die oft schon ein halbes Jahr vor Studienstart stattfinden. Vor allem Fachhochschulen nehmen nur Leute, die sich vorher qualifizieren. Unbedingt jetzt schon checken, wann die Frist für die Bewerbung des Wunschstudiums endet!

Stundenpläne:
Während man in den Fachhochschulen einen fixen Stundenplan bekommt, muss man sich zum Beispiel an der Universität die Kurse selbst zusammenstellen. Auch hier gilt es, sich rechtzeitig anzumelden, um sich einen Platz im Kurs zu sichern. Denn auch, wenn man diesen Kurs unbedingt braucht, wird von der Uni nicht unbedingt auch ein Platz gewährleistet.

Zusatzverdienst:
Wer neben dem Studium und im Sommer arbeitet, muss aufpassen. Denn wer mehr als 10.000 Euro im Jahr verdient, verliert die Familienbeihilfe. Bei Förderungen zahlt es sich aus, sich zu informieren.
 www.studieren.at