Erstellt am 10. November 2014, 11:50

von Teresa Sturm

Wie sicher sind wir?. Dämmerungseinbrüche: Die Polizei setzt vor allem auf Prävention – 86 Prozent der NÖN-Leser finden aber, dass zu wenig getan wird.

Immer zu dieser Jahreszeit warnt die Polizei, denn die Zahl der Dämmerungseinbrüche nimmt wieder zu. Es wird gezielt auf Information und Prävention gesetzt, aber auch die Bevölkerung wird zur Mithilfe aufgerufen. Doch finden auch die Bürger, dass vonseiten der Exekutive genug für Sicherheit unternommen wird?

Gerhard Pichler, Bezirkspolizeikommandant in St. Pölten, weiß aus Erfahrung, dass zu dieser Zeit im Jahr ein leichter Anstieg an Einbrüchen verzeichnet wird. Mit Schwerpunktkontrollen sowie verstärkter Streife durch Siedlungsgebiete mit Zivil- und Blaulichtfahrzeugen wird versucht, dem entgegenzuwirken.

Verdächtige Wahrnehmungen der Polizei melden

Allerdings gibt es für die Bürger selbst viele Möglichkeiten einen Einbruch abzuwenden und sich dadurch sicherer zu fühlen. „Unverschlossene Haustüren, hinterlegte Haustürschlüssel in der Nähe des Einganges oder ein Haus, in dem kein Licht brennt, machen es Tätern oft sehr leicht“, zeigt der Polizeikommandant im Bezirk Melk, Karl Gruber, auf.

Zusätzlich ist es sehr wichtig, verdächtige Wahrnehmungen — besonders in der Dämmerung  — über die Telefonnummer 133 oder 112 an die Polizei weiterzuleiten.

Denn wo sich alle befragten Polizeikommandanten einig sind: „Lieber einmal öfter die Polizei gerufen, als später den Schaden zu beklagen.“

Schließungswelle sorgt für Verunsicherung

Trotz alledem denken 86 Prozent der NÖN-Leser, dass zu wenig für die Sicherheit unternommen wird. Man ist verunsichert ob der vielen Schließungen der Polizeistationen. Wenig Schuld sieht man bei der Exekutive, wie auch Matthias Bandion, Sozialpädagoge aus Statzendorf, anmerkt: „Durch die Einsparungen im Exekutivbereich häuft sich die Rate der Einbrüche. Da kann man nicht der Polizei die Schuld geben, sondern man sollte ganz oben zum Nachdenken beginnen.“


Stimmen aus NÖ

Hans Schlögelhofer, St. Pantaleon-Erla:
„Es wird zu wenig getan, um die Einbruchskriminalität einzudämmen. Der Schwerpunkt liegt am Straßenverkehr. Im Sicherheitsdienst fehlt, denke ich, die Durchschlagskraft.“

Otto Plenk, Kottingbrunn:
„Ich finde schon, dass die Polizei sich sehr bemüht, den Einbrüchen Herr zu werden. Die Zeiten haben sich eben geändert. Heute gibt es sehr viele organisierte Banden.“

Helmut Fichtinger, Großwiesendorf:
„Die Leute müssen lernen, selbst für mehr Sicherheit zu sorgen. Offene Türen und Fenster locken Einbrecher geradezu an. Auch Alarmanlagen erfüllen nicht immer ihren Zweck.“

Philipp Miedler, Hinterbrühl:
„Unsere Sicherheitspolitik hat natürlich ihre Schwächen, an denen gearbeitet werden muss. Prinzipiell fühle ich mich aber in Österreich sehr sicher.“