Erstellt am 24. Juni 2014, 00:01

von Madeleine Kopitschek

Wirtschaft: Kaum Optimismus. Stimmung bei Gewerbetreibenden am Tiefpunkt. Über 60 Prozent der NÖN-Leser sehen Wirtschaft pessimistisch.

 |  NOEN, Bilderbox

Die Gewerbetreibenden in Österreich sehen der wirtschaftlichen Zukunft ihrer Unternehmen pessimistisch entgegen. Laut einer aktuellen Umfrage des Gläubigerschutzverbandes Creditreform ist das Klima bei 1.700 befragten Klein- und Mittelbetrieben so pessimistisch wie seit 2010 nicht mehr. Vor allem Bau und Handel haben wenig Hang zum Optimismus.



Die NÖN-Online-Umfrage bestätigt die Tendenz: 67 Prozent der über 23.000 Teilnehmer der NÖN-Online-Umfrage sind nicht optimistisch im Bezug auf die Wirtschaft. Nur ein Drittel, 33 Prozent, bleibt positiv.

In Niederösterreichs Bezirken kämpfen die Gewerbetreibenden mit den unterschiedlichsten Problemen. Gottfried Wieland, Bezirksstellenobmann der Wirtschaftskammer Krems: „Große Sorgen mach’ ich mir um das produzierende Gewerbe. Es leidet fürchterlich unter der Überbürokratie. Ich habe mit Auflagen kein Problem, nur sollten sie in allen 28 EU-Staaten gleich sein.“

Auftragslage rückläufig

Eines der Hauptprobleme für die heimischen Betriebe ist die rückläufige Auftragslage. Peter Weißenböck, Wirtschaftskammer-Bezirksobmann in Gmünd erklärt: „Die Gemeinden, das Land und zum Teil auch der Bund sparen bei Aufträgen – das können auch private Aufträge nicht wettmachen. Da es im Waldviertel generell weniger öffentliche Aufträge gibt, ist auch die Stimmung eher negativer.“

Doch nicht nur in der Grenzregion haben es die Unternehmer schwer, in ganz Niederösterreich wird es für Gewerbetreibende schwieriger, ihre Firma zu erhalten.

„Durch zu viele Gesetze und Regeln wird es Klein- und Mittelbetrieben immer schwerer gemacht zu investieren. Dabei müssten die Unternehmer gefördert werden, denn Österreich lebt von Klein- und Mittelbetrieben“, sagt Reinhard Pasteiner, Geschäftsführer der Firma ATC in St. Pölten.


Stimmen aus NÖ

Franz Wagner, St. Pölten:

„Eher nicht, weil die Arbeitsplatzlage in Österreich nicht gut ist und der Verdienst der Arbeitnehmer geringer wird. Wovon soll die Wirtschaft leben, wenn die Leute kein Geld haben.“

Johann Brei, Zwettl:

„Einerseits bin ich schon optimistisch, da es nicht wirklich schlechter werden kann, als es schon ist. Andererseits glaube ich, dass die Politiker mehr tun können, um die Lage zu verbessern.“

Gertrude Geyer, Gmünd:

„Momentan bin ich nicht sehr optimistisch. Würden Kleinverdiener und auch der Mittelstand mehr verdienen, hätte das sicher eine positive Auswirkung auf die Wirtschaft.“

Johanna Stangl, Krems-Egelsee:

„Die Menschen jammern nicht mehr so viel wie nach der letzten Wirtschaftskrise, daher sehe ich die wirtschaftliche Lage positiv. Eine Verringerung der Lohnabgaben würde Arbeitsplätze sichern.“