Erstellt am 10. Juni 2014, 00:01

von Madeleine Kopitschek

WM bringt Aufruhr. Bald beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien trotz sozialer Unruhen im Land. NÖN-Leser halten das nicht für richtig.

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Am 12. Juni ist der Anpfiff für das erste Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Südamerika. Wegen der Zeitumstellung werden viele Spiele erst um 22 Uhr oder um Mitternacht übertragen. Dennoch fiebern die Fans einem spannenden Fußballmonat entgegen.

Obwohl die Freude groß ist, verläuft es im Austragungsland Brasilien zurzeit jedoch nicht sehr harmonisch. Das Land ist von sozialen Unruhen geprägt, da es immer wieder zu Protesten von der verarmten Bevölkerung gegen die WM kommt. Ist es in Ordnung, dass die WM trotz dieser Unruhen stattfindet? 96 Prozent der NÖN-Leser halten das für falsch. Viele meinen, dass es zuerst der Bevölkerung gut gehen müsse, erst dann komme der Fußball.

Auch in Niederösterreichs Bezirken fühlt man mit der brasilianischen Bevölkerung mit, dennoch ist die Vorfreude der Fußballfans nicht zu übersehen. Vielerorts planen Gastronomen „Public Viewing“. Wirte-3100-Obmann Leo Graf aus St. Pölten erklärt: „Bei guten Partien kommen natürlich viele Gäste, alleine die Spiele zu schauen ist schließlich nur die halbe Gaudi. Für die Gastronomie sind solche Großereignisse natürlich wichtig. Die späteren Spielzeiten sind dabei auch kein Nachteil.“

Und wer nicht zum „Public Viewing“ geht, leistet sich einen neuen Fernseher, weiß Gerhard Jamy von der Firma Elektro Ziegelwanger in Horn: „Es waren schon Personen da, die sich extra neue Fernsehgeräte gekauft haben, um die WM in bester Qualität zu sehen. Und das, obwohl ihr altes Gerät nicht kaputt war.“

Doch nicht nur Fernsehgeräte werden gekauft, auch Sportartikel boomen. „Die Fans decken sich schon seit Herbst mit Utensilien für die WM ein. Neben Dressen und Schals ist der offizielle WM-Ball ‚Bazooka‘ ein Verkaufsschlager“, freut sich Heinrich Stöckl, Inhaber eines Sportartikel-Fachhandels in Gmünd.


Stimmen aus NÖ

Margarete Wagner, Schöngrabern:
„Nein, ich bin komplett dagegen. Man sollte statt Brasilien ein Land wählen, in dem es der Bevölkerung gut geht. Zuerst kommt meiner Meinung nach der Mensch, dann erst anderes.“

Peter Zahradnik, Schrems:
„Ich finde das nicht in Ordnung. Wenn wegen der sozialen Unruhen etwas passiert, will niemand Schuld daran haben. Trotzdem ist es mir lieber, die WM ist in Brasilien und nicht in Österreich.“

Wolfgang Stix, Heidenreichstein:
„Sportlich hat sich Brasilien eine WM verdient, politisch und wirtschaftlich eher nicht. Die Vergabe von sportlichen Großereignissen ist sowieso nicht immer nachvollziehbar und meist ein Politikum.“

Gerald Reiss, Eggenburg:
„Es ist nicht notwendig, dass sich gerade Brasilien für die WM-Austragung entschieden hat. Das bringt zu viele Unruhen mit sich. Ich verstehe den Aufstand der Einwohner.“