Erstellt am 19. April 2017, 05:59

von Franz Farkas

Auf zu neuen Ufern!. Die Italiener sind offenbar aus der Lethargie der vergangenen Jahre erwacht: Nach der fulminanten Giulia kommt nun der Stelvio – ein Premium-SUV.

Der Stelvio isteine erwägens-werte Alternative zum deutschen Establishment.Warum? Weil er cool aussieht,weil er sich besser in Szene setzt.  |  NOEN, Alfa Romeo

Neu ist die Idee nicht, ein Fahrzeug nach dem Stilfser Joch (italienisch: Stelvio) zu benennen. Die Enduro von Moto Guzzi heißt schon seit Jahren so. Aber es ist legitim, vor allem, wenn es sich um einen SUV handelt. Der erste SUV von Alfa Romeo? Richtig – es ist aber nicht der erste Allradler von Alfa Romeo. Bereits in den 1950ern baute die Firma mit dem Matta ein Jeep-ähnliches Gefährt für die italienische Armee. Auch später gab es vereinzelt das eine oder andere Modell mit Q4-Antrieb, wie etwa den 33er oder den 156er. Nun steht der Stelvio bei den Händlern – und er kommt wie fast alle SUVs super an!

Die Karosserie zeigt die drei fundamentalen Bausteine italienischen Designs: unfehlbares Gespür für Proportionen, stilis-tische Geradlinigkeit und aufwändig gestaltete Flächen (nach diesem Prinzip wurde übrigens auch die Giulia gestaltet). Für ein Auto dieser Gattung wirkt er durch die hinten herabgezogene Dachlinie niedriger als er mit seinen 1,67 Metern Höhe ist (der Ordnung halber: 4,69 Meter lang, 1,90 Meter breit). Innen findet man im Cockpit die Giulia wieder, es ist für einen Alfa Romeo erstaunlich nüchtern. Kaum Schalter, kaum Knöpfe, hier denkt die Konkurrenz schon wieder anders. Da-für ist das Lenkrad umso über-
ladener – sogar der Startknopf ist dort platziert! Die Platzverhältnisse vorne wie hinten sind ganz ordentlich, der Kofferraum fasst mindestens 525 Li-ter.

Vier Turbomotoren stehen (derzeit) zur Auswahl: 2,2-Liter-Diesel mit 180 (Heckantrieb) und 210 PS (Allradantrieb), 2,0-Liter-Benziner mit 200 und 280 PS (jeweils Allradantrieb).

Wir waren mit 210 und 280 PS unterwegs. Und schon auf den ersten Metern fällt die überragend gute Dämmung zum Innenraum auf. Erst bei Geschwindigkeiten weit jenseits der gesetzlich vorgeschriebenen Limits wird der Selbstzünder etwas brummig, der Benziner mit seinen zwei wassergekühlten Ladern bleibt auch dann unhörbar, ein Turboloch kennt er nicht. Dazu kommt ein straffes, aber nicht zu hartes Fahrwerk sowie eine präzise Lenkung, Alfa Romeo eben. Auch auf schlechten Straßenstücken wird man nicht durchgeschüttelt. Der Allradantrieb denkt mit: Wird die Kraft vorne nicht benötigt, fährt man „nur“ mit Heckantrieb. Das ist natürlich spritsparend: Der 210 PS starke Selbstzünder braucht im Schnitt nur 4,8 Liter.