Erstellt am 13. Oktober 2016, 12:34

"Rechts fahren, Stress sparen". Nur knapp ein Drittel der Fahrzeuglenker hält sich nach eigenen Angaben immer an das Rechtsfahrgebot auf Autobahnen.

Reiseverkehr: der Stresspegel steigt  |  APA (Symbolbild/dpa)

Fast zwei Drittel fühlen sich durch Linksfahrer gestört oder gar gefährdet, berichtete die Asfinag am Donnerstag in Wien. Um dem Ärgernis entgegenzuwirken, wurde diese Woche die Kampagne "Rechts fahren, Stress sparen" gestartet.

Rund 300.000 Euro lässt sich die Asfinag die bis Anfang November laufende Kampagne kosten. Diese zielt vor allem auf mehr Rücksichtnahme ab. Die Lenker sollten sich einen Perspektivenwechsel überlegen: "Wie würde es mir jetzt gehen, wenn ich hinter mir herfahre?", fragte Rainer Kienreich, Geschäftsführer der Asfinag Service GmbH. Linksfahrer würden andere dazu provozieren, Fehler zu machen. Das Fehlverhalten verleite außerdem zum Rechtsüberholen und führe zu Unfällen, erläuterte Kienreich. Rechtsfahren sei "für alle anderen einfach ein Sicherheitsgewinn".

Das Langsamfahren auf dem mittleren oder linken Fahrstreifen ist mit 63 Prozent das zweitstörendste Verhalten von anderen Lenkern auf Autobahnen. Übertroffen wird das Linksfahren nur von zu dichtem Auffahren mit 73 Prozent, wie eine IFES-Umfrage im Auftrag der Asfinag ergab. Bei den beiden Punkten gibt es Überschneidungen, Kienreich betonte aber: "Linksfahrer können und dürfen niemals ein Grund für dichtes und hochriskantes Auffahren sein."

Elektronische Anzeigetafeln erinnern an Rechtsfahrgebot

Neun von zehn der insgesamt 313 vom Institut für empirische Sozialforschung befragten Personen wissen über das Rechtsfahrgebot Bescheid. 30 Prozent halten sich laut der Umfrage immer daran, 62 Prozent fast immer. Das bedeute, dass es für knapp zwei Drittel der Lenker bestimmte Situationen gebe, in denen sie sich nicht daran halten, sagte Kienreich.

Linksfahrer würden häufig angeben, anderen nur beim Einfädeln helfen zu wollen, etwa bei Autobahnauffahrten. Viele wollen laut Kienreich außerdem schneller ankommen oder fürchten, nicht mehr von der rechten Spur wegzukommen. Etwas schneller zu fahren, führe nicht dazu, "dass ich so viel schneller ankomme", erläuterte der Asfinag-Geschäftsführer. Wer auf einer Strecke von zehn Kilometern 130 statt 120 km/h fahre, habe nur eine Zeitersparnis von 20 Sekunden.

Autofahrer werden von der Asfinag auf elektronischen Anzeigetafeln entlang der Straßen verstärkt an das Rechtsfahrgebot erinnert. Neben Zeitungsinseraten gibt es ein Kampagnen-Video, in dem das Ärgernis Linksfahren als Cartoon dargestellt ist. Auch in Fahrschulen wird der Autobahnen- und Schnellstraßenbetreiber informieren.