Erstellt am 30. November 2015, 09:01

von Nadja Straubinger

„Auto winterfit machen“. Winterreifen und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage sind Mindestanforderungen für die kalte Zeit. Pannenursache Nummer eins sind Autobatterien.

 |  NOEN, Wodicka
Quasi über Nacht ist der Winter hereingeschneit. Weil er sich aber Zeit gelassen hat, haben sich trotz situativer Winterreifenpflicht ab 1. November viele Autofahrer noch nicht gerüstet. „Höchste Zeit, das Auto fit für den Winter zu machen“, sagt Johannes Reisinger, ÖAMTC-Stützpunktleiter der Dienststellen St. Pölten, Lilienfeld und Tulln. „Besonders wichtig sind Winterreifen. Sie sind auf Kälte und Nässe ausgerichtet und erhöhen die Fahrsicherheit immens.“

Sommerreifen haben bei niedrigeren Temperaturen weniger Grip. Dadurch verlängert sich der Bremsweg auf nasser und glatter Fahrbahn und auch die Seitenführung in Kurven verschlechtert sich. „Dass der Bremsweg mit Sommerreifen auf Schneefahrbahn doppelt so lange sein kann wie mit Winterreifen, haben ÖAMTC-Tests gezeigt“, berichtet Reisinger.

"Es gibt viel zu beachten"

Um das Auto winterfit zu machen, gibt es noch einige weitere Sachen zu beachten. Die Scheibenwaschanlage muss mit Frostschutzmittel befüllt werden. „Sommer-Konzentrate frieren bei Temperaturen um null Grad ein und können bei sehr tiefen Temperaturen das Reinigungssystem der Waschanlage sogar regelrecht sprengen“, erklärt der ÖAMTC-Stützpunktleiter. Sinn macht es auch, jetzt die Wischerblätter zu überprüfen, denn das beste Waschmittel hilft nicht, wenn die Wischer Schlieren ziehen.

Der Tipp vom Profi für den Winter: „Bei Minusgraden klappt man die Wischer über Nacht am besten auf. So vermeidet man ein Anfrieren und Einreißen der neuen Wischerblätter.“ Das Einfetten der Gummidichtungen verhindere das Einfrieren der Türen.

Pannenursache Nummer eins im Winter ist laut ÖAMTC die Batterie. Der Stützpunktleiter empfiehlt, sie vor dem Winter überprüfen zu lassen.

Gefahr lauert überall

Bei winterlicher Witterung besteht auch öfter die Gefahr, ins Schleudern zu kommen. Reisinger erklärt, wie man richtig reagiert: „Fuß weg vom Gaspedal, auskuppeln und in die gewünschte Fahrtrichtung lenken.“ Verfügt das Fahrzeug über ABS, ist Bremsen und Lenken gleichzeitig möglich. „Der Blick muss immer in die gewünschte Fahrtrichtung gehen. Denn: Wohin man blickt, dorthin lenkt man auch“, rät Reisinger.

Fahrtipps für den Winter

Geschwindigkeit anpassen und Abstand vergrößern:  Bei Schneefahrbahn muss die Geschwindigkeit halbiert und bei Eis um 70 Prozent reduziert werden, damit der Bremsweg gleich bleibt.

Gefühlvoll fahren: Egal ob man bremst, lenkt oder Gas gibt.

Route überdenken: Wenn man bei extremen Straßenbedingungen nicht auf das Auto verzichten kann, sollte man den Weg genau wählen.

ESP nicht deaktivieren: Wenn das Elektronisches Stabilitätsprogramm aktiviert ist, kann das Auto schwer ins Schleudern kommen.