Erstellt am 29. März 2016, 09:00

von Thomas Vogelleitner

Der Bestseller …. Wie heißt das erfolgreichste Nissan-Modell aller Zeiten? Qashqai – benannt nach einem iranischen Nomadenvolk.

Der (europäische) Platzhirsch unter den Kompakt-SUVs braucht gar nicht laut zu röhren, um Eindruck zu hinterlassen. Mit dem 1,6-Liter-Turbobenziner reagiert der Qashqai immer gut auf das Gaspedal und ist mit 163 PS auf keinen Fall untermotorisiert.  |  NOEN, Foto: Nissan
Was wäre, wenn es den Qashqai („Kaschgai“) nicht gäbe? Dann hätte Nissan ein wirklich gro-
ßes Problem, denn der Wagen ist das Um & Auf der Japaner. Der Crossover hat etwas geschafft, das sonst nur Autos wie dem VW Golf gelingt: Ununterbrochene Beliebtheit!

Die zweite Generation ist … ein Eyecatcher! Schick, elegant, selbstbewusst, dynamisch-frech. Kurzlebige Modegags? Gibt es nicht! Und der Innenraum? Unspektakulär, solide, hochwertige Materialien. Hervorzuheben sind die vielen praktischen Ablagen. Das Platzangebot vorne wie hinten ist gut, die Kopffreiheit enorm. Auch nicht für viel Geld erhältlich: verschiebbare Rücksitze. Naja.

Fahrwerk in der goldenen Mitte

Unser Testwagen war mit dem 163 PS starken 1.6 DIG-T ausgestattet – mehr PS gehen beim Qashqai derzeit nicht. Ein Hightech-Benziner, der bei normaler Fahrweise auch einen halbwegs niedrigen Verbrauch hat. Und (Drehzahlen vorgesetzt) viel Spaß macht. Allradantrieb? Fehlanzeige – diese Motorisierung gibt es ausschließlich mit Frontantrieb.

Was aber überhaupt kein Problem darstellt (ist ja kein Offroader, der Allradanteil beim Qashqai in Österreich beträgt ca. 16/17 Prozent). Nicht zu hart und nicht zu weich – der Nissan findet beim Fahrwerk die goldene Mitte. Während der Federungskomfort sehr gut ist und die Seitenneigung in Kurven relativ gering, stören gelegentliche Poltergeräusche aus dem Fahrwerk bei Querfugen und Schlaglöchern. Perfekt funktioniert das serienmäßige System „Chassis Control“ mit aktiver Fahrwerksregelung. Durch leichten Bremseingriff an einzelnen Rädern wird ein Aufschaukeln der Karosserie reduziert.

Im NÖN-Test: Nissan Qashqai 1.6 DIG-T Tekna

Karosserie: fünf Türen, fünf Sitzplätze, Länge x Breite x Höhe 4.377 x 1.806 x 1.590 Millimeter, Bodenfreiheit 180 Millimeter, Radstand 2.646 Millimeter, Wendekreis 10,7 Meter, Eigengewicht 1.533 Kilogramm, Anhängelast gebremst 1.500 Kilogramm, Kofferraumvolumen 430 bis 1.585 Liter.
Motor: Benziner, Turbo, Direktein-spritzer, vier Zylinder, 16 Ventile, 1.618 Kubikzentimeter, 163 PS, 240 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, in 8,9 Sekunden auf Tem-po 100, 6,0 Liter Super 95 pro 100
Kilometer, 138 Gramm CO2 pro Kilometer, Euro 6.
Kraftübertragung: Frontantrieb, Schaltgetriebe (sechs Gänge). Serienausstattung: sechs Airbags, ESP, Berganfahrassistent, Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Start/ Stopp-System, Fahrerassistent-Paket (u. a. autonomer Bremsassistent, Spurhalteassistent), Navigationssystem (inklusive Around-View-Monitor für 360 Grad Rundumsicht), Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Teilledersitze, Voll-LED-Scheinwerfer, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen.
Preis: ab 31.887 € (Testauto).

Fazit: Respekt!

Außerdem

Der Qashqai wird in England (Sunderland) produziert. Rekordverdächtig: Alle 62 (!) Sekunden läuft ein Qashqai von der Fertigungslinie. Trotzdem: Aufgrund der hohen Nachfrage beträgt die Lieferzeit zwei, drei Monate – aber das Warten lohnt sich!

Seit 2007 wurden weltweit knapp drei Millionen Qashqai verkauft – meistverkaufter Crossover in Europa …