Erstellt am 19. November 2015, 10:13

Ein Modell löst sich vom Auto. Sieben Hersteller im Test, Thule erhält Bestnote – Mont Blanc fällt durch

Der bisherige ÖAMTC-Stützpunkt wird aufgegeben.  |  NOEN, Pfabigan
Vor dem Start der Ski-Saison hat der ÖAMTC sieben Dachboxen mit einem Volumen bis zu 390 Litern genau unter die Lupe genommen. ÖAMTC-Techniker Dominik Darnhofer zieht Bilanz: "Fünf von sieben Dachboxen haben den Test ohne Probleme bestanden. Die zwei übrigen weisen Sicherheitsmängel auf, eine davon ist durchgefallen". Testsieger und einzige Box mit der Bestnote ist die Thule "Motion Sport". Knapp dahinter liegt die "Corvara S 390" von Kamei.

Mont Blanc beim Test durchgefallen

Durchgefallen  ist die "Space 450 E" des Herstellers Mont Blanc: Bei der City-Crash-Simulation löste sich die komplette Box vom Dach und stellt damit ein gravierendes Sicherheitsrisiko dar. Nur mit "Genügend" bewertet wurde außerdem die Ultra Plast "MD15 350L", die beim City-Crash aufging und Ladung verlor. Positiv: Den Ausweichtest sowie die Vollbremsung aus 100 km/h haben alle Modelle erfolgreich absolviert.
 
Der Testsieger von Thule leistete sich keine Schwächen und überzeugte bei allen sicherheitstechnischen Überprüfungen, der Dichtheitsprüfung, sowie bei Kältefestigkeit und Handhabung. "Nur knapp dahinter liegt das Modell von Kamei, das aber beim City-Crash am Limit war und deshalb abgestuft wurde", so Darnhofer. Auch die Boxen "Formula 980" von Atera, "30 Holiday" von Jetbag und "Krono 480" von Cartrend haben mit "Gut" abgeschnitten.

Bei der Crash-Simulation trennt sich die Spreu vom Weizen

Beim City-Crash wird ein Auffahrunfall mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h simuliert.  Zwei Dachboxen zeigten dabei eindeutige Schwächen. Die Mont Blanc "Space 450 E" löste sich komplett vom Testaufbau. Da halfen die sonst guten Bewertungen nichts – wegen des Sicherheitsrisikos ist sie durchgefallen. Das Modell "MD15 350L" von Ultra Plast öffnete sich bei dem Test und hat Ladung verloren. "Die City-Crash-Simulation ist bei Dachboxen deshalb so wichtig, weil in Städten oft Fußgänger in unmittelbarer Nähe von Autos unterwegs sind", erklärt Darnhofer. "Bei der Ultra Plast sind Skischuhe und Skier aus der Box geflogen. Für Fußgänger ist das eine große Gefahr."

Unterschiede im Detail – genau hinsehen lohnt sich

Der ÖAMTC-Experte rät Konsumenten, sich unbedingt vor dem Kauf genau zu informieren. "Dachboxen, die zwar keine sicherheitsrelevanten Mängel haben, weisen trotzdem oft andere Schwächen auf", so Darnhofer. Die Unterschiede fangen beim Gewicht an. Die Modelle von Jetbag, Ultra Plast und Cartrend wiegen nur ca. zwölf Kilogramm. Die Boxen von Atera und Mont Blanc hingegen bringen 19 bzw. 23,5 Kilogramm auf die Waage. Atera, Cartrend und Ultra Plast zeigen darüber hinaus leichte Schwächen bei der Dichtheitsprüfung. "Außerdem tricksen die Hersteller bei der Angabe des Volumens", so der ÖAMTC-Techniker. Bei den Boxen von Cartrend, Atera und Ultra Plast stehen über zehn Prozent weniger Volumen zur Verfügung, als angegeben.

ÖAMTC-Expertentipps zu Kauf und Nutzung von Dachboxen

  • Vor dem Kauf der Box testen, ob das Modell den persönlichen Ansprüchen genügt (z. B. Verschlüsse, Handhabung, Größe).
 
  • Die Ladung einer Dachbox muss richtig geschlichtet und gesichert werden.
 
  • Auf die zulässige Beladung der Box und die zulässige Dachlast des Fahrzeuges achten. Nicht vergessen werden darf dabei das Gewicht der leeren Dachbox und des Dachträgers.
 
  • Beim Fahren mit Dachbox ändert sich das Fahrverhalten des Autos. Durch die größere Gesamthöhe ist das Fahrzeug bei Seitenwind empfindlicher. "Besonders nach Waldstücken und auf Brücken droht Gefahr durch plötzlich auftretende Windböen", warnt der ÖAMTC-Experte.
 
  • Die größere Windangriffsfläche führt zu einem höheren Spritverbrauch. "Leerfahrten mit der Box sollten daher vermieden werden", so Darnhofer abschließend.