Erstellt am 01. Dezember 2015, 12:52

von Heinz Müller

Erstmals Gewinn trotz Rückrufaktion. Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen: Seat schaffte in den ersten drei Quartalen 2015 erstmals einen Gewinn. Das soll trotz der großen Rückrufaktion 2016 so weitergehen.

Dieser Kompakt-SUV (oder so ähnlich) kommt nächs-tes Jahr im Sommer auf den Markt.  |  NOEN, Seat
Wochenlang hatte der VW-Konzern seine Kunden im Unklaren gelassen, wie es im CO2- und NOX-Skandal weitergeht: Jetzt wissen zumindest die Seat-Fahrer, wann sie ihre Fahrzeuge in die Werkstätte stellen müssen.

Bei den 2,0-Liter-Motoren (die im Alhambra eingebaut sind), geht es gleich im Jänner los,
die Arbeiten (Software-Update) dauern eine halbe Stunde. Wenn (bei den 1,6-Liter-Dieseln) auch ein Gitternetz vor dem Luftmengenmesser eingebaut werden muss, ist eine Stunde veranschlagt. Beim 1,2-Liter-Diesel, von dem in Österreich aber nur sehr wenige betroffen sind, reicht ein Software-Update aus.

Treueprämie bei Eintausch 

Wichtig: Alle Kosten trägt der VW-Konzern – und der Mehrverbrauch für die Kunden soll ein bis zwei Zehntelliter je 100 Kilometer betragen. In rund einem Jahr sollen alle Rückrufe abgeschlossen sein. Alle Händler werden vom Importeur mit zusätzlichen Ersatzautos ausgerüstet, um die Kunden, die nicht warten wollen/können, mobil zu halten.

Wer sich lieber von seinem Auto mit EA189-Motor trennen will, erhält eine Treueprämie – wenn er wieder ein neues Seat-Modell kauft: Diese liegt beim Eintausch eines Ibiza bei 500 €, beim Leon/Altea bei 1.000 € und beim Alhambra bei 1.500 €. Kauft jemand stattdessen einen Gebrauchtwagen, erhält er einen 500-€-Gutschein, der für Service und/oder Zubehör verwendet werden kann.

Neuer Kompakt-SUV ab Sommer 2016

Nicht zuletzt, weil der Altea ausgelaufen ist, warten die Händler (und Kunden) sehnsüchtig auf ein neues Modell in der Palette: Dieses wird Anfang März auf dem Genfer Salon präsentiert – es ist ein SUV in der Größe eines Nissan Qashqai. Details wollte Andreas Offermann, der Vertriebsvorstand der spanischen Marke, bei einem Besuch in Wien nicht verraten.

Von jenem Konzept, das heuer im Frühling in Genf stand, dürften aber wohl viele Details übernommen werden. In Österreich geht es mit dem neuen SUV (der Name ist noch streng geheim) zu Sommerbeginn los: Wolfgang Wurm, Chef des österreichischen Importeurs, rechnet für 2016 mit etwa 1.300 Stück, die er dem Werk entlocken kann – vermutlich viel zu wenige, um den Ansturm der Kunden zu befriedigen.

„Wir werden die Rückrufaktion so gestalten,
dass sie im Idealfall mit einem Service oder 
Reifenwechsel zusammenfällt.“
Wolfgang Wurm, Geschäftsführer
des österreichischen Seat-Importeurs

Für die kommenden zwei Jahre plant die spanische VW-Tochter zwei weitere neue Modelle, eines davon ist ein (vermutlich etwas kleinerer) weiterer SUV. Außerdem soll die Höherpositionierung der Marke, die mehr Ertrag bringt, weitergeführt werden. Damit will man die Produktion, die heuer erstmals bei mehr als 400.000 Einheiten liegen wird, deutlich ausweiten – und weiter schwarze Zahlen schreiben. Damit Spaniens Blüten länger blühen als nur eine einzige Saison.