Erstellt am 09. November 2015, 12:54

von Heinz Müller

Gezielte Evolution. Bis der Optima im Sommer des nächsten Jahres erstmals als Kombi auf den Markt kommt, hält die Limousine Kias Fahnen in der Mittelklasse hoch.

Facelift für die dritte Optima-Generation - also Optima 3.1. Optisch hat sich der Wagen nur leicht verändert. Wie gehabt (beruhigend): sieben Jahre Werksgarantie.  |  NOEN, Kia
Wer in Europa im D-Segment reüssieren will, braucht neben der Limousine unbedingt einen Kombi – das ist eine Grundregel. Nicht zuletzt aus diesem Grund war der Kia Optima bisher in Europa auch nicht wirklich so erfolgreich, wie sich das die Koreaner von ihrem Flaggschiff erwartet hätten. So wurden in Österreich heuer bis Ende September nur 30 Optima neu zugelassen (aber 1.912 cee’d, 1.458 Sportage und 1.263 Rio – um die drei wichtigsten Kia-Modelle zu nennen). Das heißt: Es gibt „Luft nach oben“ – und zwar ziemlich viel …

Demnächst steht der neue (gezielt überarbeitete) Optima bei den Händlern, wenn auch anfangs nur als Limousine. Optisch kann der Koreaner voll mit der (meist europäischen) Konkurrenz mithalten, außen (stilvoll und dynamisch) ebenso wie innen (veredelt und großzügig). Es hat sich ausgezahlt, dass Kia mit Peter Schreyer vor einiger Zeit einen deutschen Chefde-signer verpflichtet hat.

Auch bei der Ausstattung sind die Koreaner mittlerweile auf europäischem Niveau angelangt. Annehmlichkeiten wie Notbrems- und Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Warner oder den adaptiven Geschwindigkeitsregler gibt es (serienmäßig bzw. optional) auch im Optima. Außerdem: induktive Smartphone-Ladestation (kabelloses Aufladen). Wer dies von außen nicht gleich erkennen sollte: Mit 4.855 Millimetern (plus zehn Millimeter) fährt die Limousine in der Länge der Mercedes E-Klasse daher, was sich auch im Kofferraum niederschlägt (ab 510 Liter).

Ab Sommer 2016 gehen wir von einer spürbaren
Steigerung der Neuzulassungen und einem
80-prozentigen Kombianteil aus.“
Gilbert Haake, Pressesprecher Kia Austria

Die (relativ) größte Schwäche von Kia ist das derzeit noch eher kleine Motorenangebot. Außer dem 2,0-Liter-Benziner mit 163 (vorher: 165) PS, der vor allem als günstiges Einstiegsmodell punktet, wird der Optima nur noch mit einem 141 (vorher: 136) PS starken 1,7-Liter-Diesel bei den Händlern stehen (ab 110 Gramm CO2 pro Kilometer).

Bei diesem Modell kann man aber immerhin zwischen einer Sechs-Gang-Schaltung oder dem neuen Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe wählen, das die bisherige Sechs-Stufen-Automatik ersetzt. Fahreindruck? Es ist erfreulich, wie sich der Viertürer durch die Kurven bewegen lässt – dank gezielter Eingriffe bei Lenkung und Karosserie (50 Prozent höhere Karosseriestabilität). Und: Geräusche und Vibrationen wurden deutlich reduziert.

Nächstes Jahr debütiert nicht nur der bereits erwähnte Kombi, der vermutlich in Genf (Anfang März) seine Weltpremiere feiert. Die Koreaner bringen den Optima dann auch als Plug-in-
Hybrid (Systemleistung 200 PS) auf den Markt, der – so die ersten offiziellen Aussagen – etwa 50 Kilometer rein elektrisch schaffen sollte. Und auch eine flotte GT-Version soll 2016 debütieren – genaue Details diesbezüglich werden aber noch nicht verraten.


 


Neu: Kia Optima

Start & Preis. Verkaufsstart Ende 2015, Premiere auf der Vienna Autoshow im Jänner 2016. Benziner ab 25.590 €, Diesel ab 27.790 €.

Vier Ausstattungsversionen stehen zur Auswahl: Titan (sieben Airbags, elektronische Stabilitätskontrolle, Start/Stopp-System beim Diesel, Tempomat, Navigationssystem, Bluetooth, Klimaanlage), Silber (Spurhalteassistent, Anti-Scheibenbeschlagsfunktion, Parksensoren vorne und hinten, Sitzheizung vorne, Lenkradheizung, Zwei-Zonen-Klimaautomatik), Gold (Fernlichtassistent, Rückfahrkamera, Harman-Kardon-Audiosystem, Teilledersitze, Xenon-Scheinwerfer), Platin (adaptiver Tempomat, autonomes Notbremssystem beim Doppelkupplungsgetriebe, 360-Grad-Around-View-Mo-nitor, Toter-Winkel-Assistent, Querverkehrsassistent, Einparkassistent, Sitzheizung für die zweite Reihe, belüftete Sitze vorne, kabellose Smartphone-Ladestation).