Erstellt am 18. Juli 2016, 11:55

von Franz Farkas

Cadillac CT6 und XT5 . General Motors will Cadillac auch in der Premiumklasse in Europa ganz oben positionieren. Den Anfang machen die Limousine CT6 und der SUV XT5.

Einfach war es noch nie für eine US-Marke, sich in Europa zu behaupten. Viele Vorurteile, wie etwa zu groß, zu durstig, aber auch mangelnde Qualität machten den Amerikanern stets zu schaffen. Das soll nun anders werden! Bis 2020 will General Motors eine wahre Modelloffensive starten, die vor allem auf den europäischen Markt ausgerichtet ist. Den Anfang machen die Limousine CT6 und der SUV XT5. Beide Autos sollen zwar den amerikanischen „Way of Life“ verkörpern, trotzdem aber auch hierzulande Freunde finden.

Spagat der nicht einfach ist

Cadillac versucht es mit dem CT6 (Kategorie: Mercedes S-Klasse, BMW 7er, Audi A8) auf eine ganz offene Art. Das Auto sieht so aus, wie man es von einem Amerikaner erwartet. Das bedeutet eine klassische Stufenheck-Silhouette mit langer Kühlerhaube und einem mächtigen verchromten Grill, eine eher flache und glatte Außenhaut sowie eine veritable Länge von über fünf Metern (exakt: 5,18). Da-runter verbirgt sich sehr viel zeitgemäße Technik. Etwa ein downgesizter 3,0-Liter-V6 mit zwei Turboladern, der immerhin 417 PS leistet und seine Kraft mit einem achtgängigen Automatikgetriebe auf die Straße bringt.

XT5  |  noen, Cadillac

Beim Fahrwerk kommt viel Aluminium und hochfester Stahl zum Einsatz. Damit soll der CT6 immerhin um stolze 100 Kilogramm weniger wiegen als die Konkurrenz. Dazu kommt zumindest für Europa ein permanenter Allradantrieb und eine aktive elektrische Allradlenkung. Der Innenraum ist mit viel Leder und Holz ausgestattet (Materialmix nicht ganz überzeugend). Die Platzverhältnisse sind für ein Auto in dieser Größe nicht unbedingt üppig, vor allem im Fond ist die Kopffreiheit eher knapp bemessen.

„Der CT6 ist ein völlig neuer Ansatz in der Fahrzeug-Oberklasse!“Johan de Nysschen, Präsident Cadillac Division

Dafür gibt es jede Menge Goodies. Etwa vier Sitze mit gleich fünf Massagefunktionen, Sitzheizung natürlich auch hinten, jede Menge Assistenzsysteme wie etwa eine Wärmebildkamera und einen Rückspiegel, der sich auf Knopfdruck in eine Kamera verwandelt. Im Fahrbetrieb präsentiert sich das Auto erstaunlich agil, die Länge wird einem eigentlich nur beim Rangieren in der Garage bewusst, der Sechszylinder ist ein Muster an Laufruhe.

Das zweite neue Modell der Amerikaner, der XT5, ist bereits in den USA und China erfolgreich unterwegs (tritt gegen Mercedes-Benz GLE, BMW X5 und Porsche Cayenne an). Nun will man auch in Europa auf der Erfolgswelle der SUVs mitschwimmen. Im Prinzip ist dies auch durchaus möglich, denn der hochbeinige Cadillac bietet alles, was sich ein SUV-Fan wünscht. Ein elegantes Auftreten in der Stadt, gute Platzverhältnisse auch hinten und natürlich einen permanenten Allradantrieb. Ihn wird man, außer vielleicht im Winter, kaum nützen, denn mit diesem Auto wird man wenig bis gar nicht jenseits befestigter Wege unterwegs sein.

Motorisch vertraut man auf einen 3,6-Liter-V6, der ohne Turboaufladung auskommen muss. Es reicht aber trotzdem für immerhin 314 PS. Um Sprit zu sparen, setzt man wie auch beim CT6 auf Zylinderabschaltung. Obwohl der 4,82 Meter lange Crossover mit fast zwei Tonnen kein Leichtgewicht ist, lässt er sich ganz flott bewegen, auch hier ist er durchaus konkurrenzfähig. Aufgeholt hat man auch bei den Assistenzsystemen. Bremsassistenz, Spurhalter und Ähnliches sind schon beim Basismodell mit an Bord, beim Topmodell Platinum ist alles noch viel edler.

Neu: Cadillac CT6 und XT5

Start & Preis. Die Preise für Österreich sind noch nicht bekannt. In Deutschland wird das Einstiegsmodell des CT6 73.500 € kosten, das des XT5 48.800 €. Ein Problem ist noch das Händlernetz in Österreich: Es existiert schlicht und einfach nicht – man will bis zur Markteinführung im Herbst zumindest zwei Händler haben.