Erstellt am 01. Dezember 2015, 13:10

von Alexander Seger

Härtetest im Outback. SCR-Abgasreinigung im Extremeinsatz: Eine Testfahrt vom subtropischen Darwin zum Ayers Rock inmitten der Wüste …

Grenzen überwinden, den Horizont erweitern, Unbekanntes entdecken ... Mit dem Land Rover Discovery Sport kreuz und quer durch Australien.  |  NOEN, Alexander Seger
Nicht erst seit diesem Herbst gilt für die Entwickler von Dieselmotoren die Reduktion der Stickoxide zum Erreichen der Euro-6-Abgasnorm als Herausforderung. Die beste Lösung heißt SCR-Technologie (steht für die englische Abkürzung von „selektive katalytische Reduktion“). Sie bewährt sich seit zehn Jahren im Lkw-Sektor. Für die chemische Reaktion wird Ammoniak benötigt, das als wässrige Harnstofflösung (AdBlue) ins Abgas eingespritzt wird.

Auch Land Rover setzt im Modelljahrgang 2016 die SCR-Technologie bei der neuen Ingenium-Dieselmotorenfamilie mit zwei Litern Hubraum ein. Die erste Testfahrt konnte die NÖN bereits unternehmen! Auf mehr als 3.000 Kilometern durch das australische Northern Territory zeigte der neue Antriebsstrang keine Schwächen.

„Mit den neuen Ingenium-Motoren präsentiert
sich der Discovery Sport als wohl vielseitigstes
und leistungsfähigstes kompaktes Premium-SUV
des Marktes.“
Georg Staudinger, Sales Director
Land Rover Österreich

Mit 180 PS waren die Discovery Sport selbst für die Asphaltetappen am Stuart Highway (vergleichbar mit einer zweispurigen, schnurgeraden Landesstraße „B“, aber ohne Tempolimit!) mehr als ausreichend gewappnet, die Höchstgeschwindigkeit war ohnehin durch die grobstolligen Reifen limitiert. Deutlich stärker gefordert wurde das Kühlsystem – kein Wunder, wenn knifflige Offroad-Passagen über Stock und Stein bei Temperaturen bis zu 46 Grad und entsprechend stark laufender Klimaanlage bewältigt werden sollen.

Entsprechend gefordert wurde auch das Allradsystem Terrain Response. Es koordiniert die Steuergeräte von Motor, Lenkung, Getriebe, Differenzialen, Bremse und Assistenzsystemen, um stets beste Traktion zu sichern. Die mit dem Programm „Sand“ zu bewältigenden Passagen zählten zu den größten
Herausforderungen für die Piloten – wer zu langsam fährt, muss unter der sengenden Sonne zur Schaufel greifen. Selbst das Programm „Schlamm“ kam in Australien zum Einsatz, die Wattiefe von 600 Millimeter wurde bei zahlreichen Flussquerungen ausgenutzt.



Neben besseren Abgaswerten bringt die neue Motorenpalette auch geringere Verbrauchswerte mit sich (bisher: 2.2 SD4/190 PS 4WD Automatik – 6,3 Liter pro 100 Kilometer; neu: 2.0 TD4/ 180 PS 4WD Automatik – 5,3
Liter pro 100 Kilometer). Daher konnte der mitgeführte Kraftstoffvorrat verkleinert werden, der frei gewordene Platz wird für den AdBlue-Vorrat verwendet. Selbiger wird bei jedem Servicetermin nachgefüllt. Damit hat der Fahrzeugbesitzer keinen zusätzlichen Aufwand durch die moderne Abgasreinigung.

Klingt nach einem schlauen Konzept, solange man nicht in der Gibson Wüste unterwegs ist. Bei gut 1.000 Kilometer zwischen zwei Tankstellen kommt es nämlich auf jeden Tropfen Diesel an. Gut, dass am Dach-träger Platz für Reservekanister ist …