Erstellt am 19. April 2017, 05:59

von Thomas Vogelleitner

Renault Grand Scénic dCi 160 EDC Bose. Van schon, denn schon: Der Grand Scénic ist mit 20-Zöllern ausgerüstet – die großen Räder sind ein klares optisches Plus ohne gravierende funktionelle Nachteile.

Renault

Diese 20-Zöller kosten aber extra? Denkste! Renault rüstet den Grand Scénic ausschließlich mit XXL-Rädern aus. Schaut echt cool aus, aber muss das wirklich sein? Die Franzosen beziehen die markanten Gummis von drei verschiedenen Herstellern (Continental, Goodyear, Michelin) und versprechen, die um 25 Prozent höheren Reifenkosten durch die um ein Viertel längere Lebensdauer zu neutralisieren. Naja – das konnten wir bei einem Kurztest nicht überprüfen …

Und Entwarnung: Der ungewöhnlich proportionierte Radsatz (195/55 R20!) fährt sich kaum weniger komfortabel als zum Beispiel 16-Zöller. Natürlich auch dank eines wirklich ausgewogenen Fahrwerks, das sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt.

XXL-Räder hin, XXL-Räder her: Generell präsentiert sich der Van selbstbewusst, kraftvoll, emotional. Eine interessante Alternative im derzeit eher hoffnungslosen Kampf gegen die SUVs.

Aber vielleicht kommt wieder einmal die Zeit der Vans. Mit einem Kofferraumvolumen von bis zu 1.901 Litern ist der Grand Scénic auf alle Fälle ein vorbildlicher Transporter. Fein: Easy-Folding, das den Renault komfortabel per Fingertipp zum Zweisitzer macht (inklusive bei der Version Bose). Ebenfalls serienmäßig: die vorklappbare Rückenlehne des Beifahrersitzes – da passt theoretisch sogar ein Surfbrett rein. Doch das Raumkonzept überzeugt nur bedingt: Ab der zweiten Reihe geht es vergleichsweise eng zu, der Sitzkomfort ist auch kein Grund zum Jubeln. Kurzer Blick auf das Cockpit, wo das Wisch&Weg-Display für das Infotainmentsystem (R-Link 2, hohe Konnektivität) sofort auffällt. An die Bedienung des Touchscreens mit einer Diagonale von 8,7 Zoll gewöhnt man sich … irgendwann einmal. Auf Wunsch werden eingehende Mails auch vorgelesen.Unter der Motorhaube unseres Testwagens: Selbstzünder mit 160 PS. Das Topaggregat lässt mit seinen 360 Newtonmetern nichts anbrennen. Passt perfekt dazu: das sechsgängige Doppelkupplungsgetriebe. Leider nein: Allradantrieb – ist auch nicht für viel Geld zu haben. Einerseits schade, andererseits: Wie oft braucht man bei uns schon einen 4x4?