Erstellt am 25. April 2016, 08:49

Jaguar XF 30d Automatik R-Sport. Wer Oberklasse sagt, muss nicht immer automatisch an deutsche Autos denken. Mit dem XF hat Jaguar eine mehr als interessante Alternative im Programm.

Mit dem Spruch »No Business as usual« bewerben die Briten den XF, der mit der markanten Frontpartie einen starken und selbstbewussten Eindruck hinterlässt - ganz nach dem Motto: Weg da, jetzt komme ich! Hat eine beeindruckende Mischung aus Sportlichkeit und Komfort.  |  NOEN, Foto: Jaguar

Was Jaguar derzeit auf die Räder stellt, ist beachtlich. Siehe XE. Siehe F-Pace (über den SUV werden wir nächste Woche berichten) … Nicht zu vergessen der XF – zwei Autos in einem: Business- und Sport-Limousine.

Unter der Motorhaube unseres XF-Testwagens: ein V6-Diesel mit 300 PS und 700 Newtonmeter. Erster Eindruck: Wooooohhhh! Ein Wagen mit Biss. Ein technischer Leckerbissen. Die Pferdchen sind putzmunter, das spürt man gleich beim ersten Tritt auf das Gaspedal, kein Turboloch stört den lässigen Vortrieb. Wehe, sie werden losgelassen – dann ist unser Freund und Helfer, die Polizei, sicher kein Freund mehr. Eine achtstufige Automatik von ZF sorgt für die reibungslose Zuteilung der vom Fahrer abgerufenen Kräfte.

Windschnittige Aluminiumarchitektur

Zugegeben: Nur wenige zirkeln bei Sonnenaufgang mit breitem Grinsen schwungvoll durch die (verkehrsfreien) Kehren von Annaberg und Josefsberg – aber wenn grundsätzlich die Lust darauf besteht, der 4,95 Meter lange Brite ist ein heißer Kandidat dafür. Herrlich, wie sich der Hecktriebler bewegen lässt – das ist vom Allerfeinsten! Zu verdanken hat der XF (zweite Generation) seine Kurvenfreude nicht zuletzt der leichten (die deutsche Konkurrenz wiegt um bis zu 150 Kilogramm mehr), aber dennoch sehr steifen und windschnittigen Aluminiumarchitektur.

Plus: ideale Gewichtsverteilung von fast 50:50. Das Fahrwerk ist moderat straff abgestimmt und schluckt die meisten Fahrbahnunebenheiten weitgehend (op-tionaler Tipp: adaptives Fahrwerk). Überhaupt ist es schön ruhig und komfortabel. Dem Selbstzünder ist nur ein dezentes Brummen zu entlocken. Wenig standesgemäße Starts mit durchdrehenden Hinterrädern verhindert die All-Surface-Progress-Control zuverlässig und (wie der Name sagt) auch auf nasser oder glatter Fahrbahn.

Blick in den Innenraum: Die edlen Materialien (kaum Hoppalas) fallen sofort auf, geräumig ist der XF auch noch – und man sitzt bequemer als in der E-Klasse von Mercedes-Benz. Nettes Detail: der herausfahrende Automatikdrehknopf – gefällt uns! Naja: Der Kofferraum ist im Bereich der Hutablage nicht verkleidet, die Kabelstränge sind daher durch das Gepäck abrissgefährdet. Aber damit kann man gut leben.

Im NÖN-Test:
Jaguar XF 30d Automatik R-Sport

Karosserie: vier Türen, fünf Sitzplätze, Länge x Breite x Höhe 4.954 x 1.880 x 1.457 Millimeter, Radstand 2.960 Millimeter, Bodenfreiheit 110 Milli-meter, Wendekreis 11,94 Meter, Eigengewicht 1.750 Kilogramm, Kofferraumvolumen ab 540 Liter.
Motor: Diesel, Twin-Turbo, Common-Rail-Direkteinspritzung, 2.993 Kubikzentimeter, sechs Zylinder, 24 Ventile, 300 PS, 700 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 250 km/h, in 6,2 Sekunden auf Tempo 100, 5,5 Liter pro 100 Kilometer, 144 Gramm CO2 pro Kilometer, Abgasnorm Euro 6.
Kraftübertragung: Heckantrieb, Automatikgetriebe (acht Stufen).
Preis & Serienausstattung: ab 68.400 € (Testauto) – sechs Airbags, dynamische Stabilitätskontrolle, Berganfahrhilfe, automatische Geschwindigkeitsregelung mit Begrenzer, autonomer Notfallbremsassistent, Keyless Start, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Audiosystem, Bluetooth, Sportsitze in Le-der. Gegen Aufzahlung: InControl-Connect-Pro-Paket (u. a. Navigationssystem, Meridian-Soundsystem) 2.742 €, adaptives Fahrwerk 1.756 €, Head-up-Display 1.350 €, Fahrerassistent-Paket (u. a. aktiver Spurhalteassistent) 1.202 €.
Fazit: Einfach top!