Erstellt am 27. Oktober 2015, 09:40

von Thomas Vogelleitner

Karl der Kleine. Karl – so heißt der Opel-Einstieg. Kein Lifestyle-Modell mit allerlei Gimmicks (so wie der Adam), sondern ein preiswertes und praktisches Gefährt.

 |  NOEN, Opel

Kurzer Geschichtsunterricht: Karl der Große war von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs. Ein großer Feldherr – er erlangte als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde. Seit geraumer Zeit hat Opel auch einen Karl! Ein Kleinstwagen, mit dem das Programm nach unten abgerundet wird. Benannt nach dem ersten von fünf Söhnen des Opel-Gründers – Karl der Kleine!

Der 3,68 Meter kurze Wagen (Lizenz zum Einparken) ist komplett neu. Er teilt sich die Technik mit dem Chevrolet Spark und wird in Südkorea gebaut. Immer mit fünf Türen, serienmäßig mit fünf, optional mit vier Sitzplätzen.

Sitze: groß, stramm gepolstert, langstreckentauglich

Blick in den Innenraum: Kein Schnickschnack, gut ablesbare Instrumente, einfache Kunststoffe, alles ordentlich verarbeitet. Vorne gibt es genügend Bewegungsfreiheit, hinten überleben auch zwei Erwachsene kurze Strecken. Nur für das Gepäck wird es eng: Der Kofferraum schluckt (im Normalzustand) bescheidene 215 Liter. Die Sitze sind typisch Opel, nämlich richtig gut: relativ groß, stramm gepolstert, langstreckentauglich. Optisch ist der Karl sofort als „Rüsselsheimer“ erkennbar. Das sympathische Gesicht, die Sicken in der Seitenlinie – viel Ähnlichkeit zu Corsa & Co. Nur eine Spur pragmatischer (was aber kein Nachteil ist).
 

Der 1,0-Liter-Dreizylinder hat 75 PS – ohne Direkteinspritzung, ohne Turboaufladung. Das macht aber nichts. Der Benziner hängt gut am Gas, dreht locker und läuft, typisch für drei Zylinder, heiser-knurrig. Dabei bleibt er lange erstaunlich leise. Mit seinen 75 Pferden ist das Karlchen ganz flott unterwegs, wiegt er schließlich nicht einmal eine Tonne. Fahreindruck? Handlich, leichtfüßig fährt sich der Stadtzwerg, er liegt für einen Kleinstwagen ziemlich ruhig und erwachsen – Respekt, da haben die Opel/GM-Leute ganze Arbeit geleistet.

Im NÖN-Test: Opel Karl 1.0 Cosmo Start/Stopp

Karosserie: fünf Türen, fünf Sitzplätze, Länge x Breite x Höhe 3.675 x 1.595 x 1.485 Millimeter, Radstand 2.385 Millimeter, Wendekreis 9,8 Meter (Wand zu Wand), Eigengewicht 939 Kilogramm, Kofferraumvolumen 215 bis 1.013 Liter.

Motor: Benziner, drei Zylinder, zwölf Ventile, 999 Kubikzentimeter, 75 PS, 95 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 170 km/h, in 13,9 Sekunden auf Tempo 100, 4,1 Liter Super 95 pro 100 Kilometer, 94 Gramm CO2 pro Kilometer.

Kraftübertragung: Frontantrieb, Schaltgetriebe (fünf Gänge).

Preis & Serienausstattung: ab 13.500 € (Testauto, der günstigste Karl kostet 8.990 €) – sechs Airbags, ESP, Berganfahrassistent, Fahrspurassistent, Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Klimaautomatik, OnStar,
Audiosystem, Start/Stopp-System.

Fazit: Klein und fein …