Erstellt am 11. April 2017, 05:58

von Alexander Seger

Querfeldein, querfeldfein. Die fünfte Generation des Discovery setzt die 27-jährige Tradition der Familiengeländewagen-Baureihe würdig fort. Wir ziehen (wieder) den Hut!

Neuer Discovery – der Fullsize-Geländewagen von Land Rover überzeugt in bester Markentradition auf jedemTerrain.  |  NOEN, Land Rover

Natürlich kann der neue Discovery im Gelände mehr als sein Vorgänger, der seinerseits bereits deutlich schwierigere Hindernisse überklettern konnte, als bei der Fortbewegung in Mitteleuropa üblicherweise im Weg herumstehen.

Nur ein Beispiel: Die mögliche Wattiefe beträgt nunmehr satte 90 Zentimeter – so viel regnet es im Land unter der Enns über ein Jahr gerechnet aber nicht auf einmal. Und eigentlich könnte der „Fünfer-Disco“ noch tiefere Furten bewältigen, wenn er nicht durch den massiven Einsatz von Aluminium so leicht geworden wäre: Der beim Durchpflügen von Wassermassen unvermeidliche Auftrieb der Wagenfront setzt hier die Grenze.

„Mit seiner durchdachten Praxisorientierung und seiner hohen Flexibilität ist der neue Discovery für jeden Einsatzzweck bestens gerüstet!“Thomas J. Hörmann, Chief Operating Officer Land Rover Österreich

„Leicht“ ist natürlich vergleichsweise zum Vorgänger – bis zu 480 Kilogramm Gewichtseinsparung! – zu sehen. Mit einem ausstattungsabhängigen Leergewicht ab 2.174 Kilogramm ist der fünf Meter lange Riese ein durchaus gewichtiger Brocken, was man beim zügigen Durchfahren von engen Radien ebenso spürt wie beim Beschleunigen oder abrupten Bremsen.

Klar: Wer einen bissigen Sportwagen sucht, wird im Schauraum beim Jaguar F-Type fündig. Wer sich jedoch an das altbewährte Motto „Gleiten statt Hetzen“ erinnert, darf sich über entspanntes Reisen auch auf der Langstrecke freuen. Auf der deutschen Autobahn treten die Windgeräusche erst in jenem Geschwindigkeitsbereich in den Vordergrund, bei dem man in Österreich seinen Führerschein auf der Strafabteilung der Bezirkshauptmannschaft hinterlegt …

In seiner Paraderolle als Familiengeländewagen glänzt der Discovery mit bis zu 2.500 Liter Transportvolumen. Liegt der Schwerpunkt auf der Personenbeförderung, werden die sieben selbst für großgewachsene Erwachsene vollwertig verwendbaren Sitzplätze zum Asset – Sitzheizung ist bis in die dritte Reihe bestellbar. Für Kindersitze stehen fünf ISOFIX-Verankerungen zur Verfügung. Wer Lust und Laune auf moderne Spielerei verspürt, kann die zweite und dritte Sitzreihe auch per Handy-App auf- und zufalten. Sechs Zwölf-Volt-Steckdosen, bis zu neun USB-Anschlüsse und ein WLAN-Hotspot für maximal acht Endgeräte können bestellt werden. Zusätzliche Staufächer für mehr iPads als mögliche Insassen sind in der Mittelkonsole vorgesehen. Beim Anhängerbetrieb punktet der Discovery mit 3.500 Kilogramm Zuglast – schwerer darf ein auflaufgebremster Anhänger in Europas Straßenverkehr ohnehin nicht sein – und einer Stützlastkon-trolle, die vor einer möglichen Überladung warnt.

Unter der mächtigen Haube stecken Diesel mit vier (180 PS, 159 Gramm CO2 pro Kilometer oder 240 PS, 165 Gramm CO2 pro Kilometer) oder sechs Zylindern (258 PS, 189 Gramm CO2 pro Kilometer). An der Leistungsspitze steht der V6-Benziner mit 340 PS (254 Gramm CO2 pro Kilometer, Höchstgeschwindigkeit 215 km/h). Jedes der Aggregate ist an die selbst unter Volllast sanft schaltende Acht-Gang-Automatik von ZF gekoppelt. Zwei verschiedene Allradsysteme stehen je nach Härtegrad der geplanten Kletterausflüge zur Disposition, reiner Frontantrieb wird (man möchte sagen: natürlich) nicht angeboten. Die elektronischen Schutzengel sind klassenüblich vollständig angetreten, vertiefende Geländebefriedungselektronik findet sich spätestens in der Aufpreisliste.