Erstellt am 11. August 2016, 10:13

Tipps vom Profi für Motorrad-Gruppenfahrten . Ob Tagestour, Wochenend-Ausflug oder Urlaub – Motorradfahren in der Gruppe macht Spaß.

 |  APA (dpa)

Dabei sollten Biker einige Grundregeln beachten. "Auch im Pulk ist jeder für sich selbst verantwortlich. Bei Überholmanövern oder an Kreuzungen muss man sich davon überzeugen, dass die Strecke frei ist", betont Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik.

Prinzipiell muss man sich in der Gruppe bezüglich Fahrzeit und Tageskilometern abstimmen. Die Gruppengröße sollte fünf Teilnehmer nicht übersteigen. Sind mehr Biker gemeinsam unterwegs, ist es besser, Kleingruppen zu bilden, die sich bei verabredeten Stopps wieder treffen.

Die Tipps des Motorrad-Chefinstruktors der ÖAMTC Fahrtechnik für Bikergruppen:

  • An der Spitze und am Ende einer Gruppe fahren routinierte Biker, die dafür sorgen, dass die Gruppe nicht auseinanderreißt. Der Ortskundigste führt die Gruppe an.
  • Die Geschwindigkeit richtet sich nach dem Langsamsten. Damit ist garantiert, dass weniger routinierte Fahrer nicht überfordert werden.
  • Langsame Biker fahren weiter vorne. "In Motorradgruppen wird hinten schneller gefahren als vorne. Das kommt durch den Ziehharmonika-Effekt, vor allem bei längeren Strecken, durch häufiges Anfahren, Anhalten oder Abbiegen. Je nach Gruppengröße beträgt der Unterschied schon einige km/h", erklärt Scheiblauer.
  • Richtige Blicktechnik. Auch wenn man in der Gruppe unterwegs ist, muss der Blick möglichst weit nach vorn gerichtet sein. "Man muss am Vordermann vorbeischauen und nicht auf dessen Hinterrad starren", erklärt ÖAMTC Fahrtechnik-Experte.
  •  Versetzt fahren und Abstand halten. Durch das versetzte Fahren hat jeder Biker einen freien Blick auf die Fahrbahn vor ihm und kann mögliche Gefahrenquellen rechtzeitig erkennen. Bei schneller Fahrt, vor Kurven oder auf engen Straßen bildet man wieder eine gerade Linie, damit jeder die Ideallinie fahren kann.
  •  Position halten. "Am besten man vereinbart vorher, in welcher Reihenfolge man fährt und hält die Positionen in der Gruppe bis zum nächsten Halt. Das gilt auch, wenn andere Fahrzeuge oder Gruppen überholt werden", empfiehlt Scheiblauer. Damit sind riskante Überholmanöver innerhalb der Gruppe ausgeschlossen.
  •  Signale verabreden, Pausen machen. Für ungeplante Stopps sollte man vor dem Start Zeichen vereinbaren. Nach einer Stunde Fahrzeit sollte man eine Pause einlegen.
  •  "Freunde, es geht mir zu schnell": In der Gruppe braucht es einigen Mut, auf eine Temporeduktion zu beharren. Trotzdem: Es ist absolut legitim, die anderen Biker zu bremsen und langsamer fahren zu wollen.