Erstellt am 04. August 2016, 10:07

Kindersitze auf den äußeren Sitzplätzen im Fond . Was muss man beim Autokauf beachten, damit Kinder richtig gesichert mitreisen können?

 |  APA (dpa)

Dieser Frage ging der ÖAMTC gemeinsam mit seinen Partnerclubs nach. Getestet wurden 13 Fahrzeuge, von denen zehn beim regulären Crashtest in der Kategorie Kindersicherheit Fünf-Sterne-Niveau haben. Eingebaut wurden drei marktübliche Kindersitze. Dabei wurden die Angaben in den Bedienungsanleitungen mit den effektiven Möglichkeiten in den Autos verglichen. Das Fazit der Tester: "Die Bedienungsanleitung und die Crashtest-Ergebnisse sagen wenig über die Tauglichkeit als Familienauto aus", so ÖAMTC-Experte Steffan Kerbl. Nur drei der 13 Fahrzeuge sind auch aus diesem Test mit fünf Sternen hervorgegangen.

Um die Bestnote zu erreichen, muss das Auto für mindestens vier Kinder insgesamt oder für fünf Kinder mit Einschränkungen und für drei Kinder in der zweiten Reihe gut geeignet sein. Das erreichten der Ford S-Max, der VW Touran und der VW T6 Multivan. Vier Sterne erreichte der BMW 2er Gran Tourer, alle anderen erhielten drei Sterne. "Bei einigen Testkandidaten waren schwer zugängliche Isofix- und Top-Tether-Verankerungen und zu kurze Sicherheitsgurte ein Problem. Beim Renault Megane kann der Beifahrer-Airbag einfach von Kinderhand ab- und angeschaltet werden. Das ist eine sinnlose Vereinfachung, die gefährliche Folgen haben kann", kritisiert der ÖAMTC-Experte.

Wichtig vor dem Kauf: Probefahrt mit Kind und Kindersitz

   Auf der Suche nach dem idealen Familienfahrzeug ist eine Probefahrt mit Kindern und Kindersitzen anzuraten. Außerdem empfiehlt Kerbl, die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs genau zu lesen: "Vor allem Hinweise zu Airbag-Deaktivierungen müssen unbedingt beachtet werden". Dasselbe gilt für die Einbauanleitungen. "Wenn der Kindersitz über Isofix oder Top-Tether-Verankerungen verfügt, muss man sich auch die Typenliste anschauen", erklärt der ÖAMTC-Experte. Seit 2013 gibt es aber auch die i-Size-Norm.

Sie ist durch ein spezielles Logo gekennzeichnet, das man in der Bedienungsanleitung und auf den Autositzen findet. Haben Kinder- und Fahrzeugsitz dieses Logo, dann sind sie kompatibel. Der Test zeigt, dass immer mehr Fahrzeuge die i-Size-Norm erfüllen. "Durch diese Norm müssen Auto- und Sitzhersteller endlich zueinanderpassende Systeme entwickeln – darauf haben wir lange gewartet", so Kerbl.

Die Ergebnisse im Detail

Die Fünf-Sterne-Fahrzeuge in punkto Familientauglichkeit sind der Ford S-Max, der VW Touran und der VW T6 Multivan. Knapp dahinter mit vier Sternen der BMW 2er Gran Tourer sowie mit drei Sternen das breite Mittelfeld: Audi A4 Avant, Audi A4 Limousine, BMW 2er Active Tourer, Hyundai Tucson, Mercedes-Benz B-Klasse, Renault Megane (5-Türer), Skoda Superb Combi, Skoda Superb Limousine und Toyota Prius.

Tipps und Forderungen der ÖAMTC-Experten an die Automobilhersteller

An die Automobilhersteller appelliert der Club, Bedienungsanleitungen möglichst kurz und klar verständlich zu halten. Außerdem sollten sich möglichst viele Sitzplätze eines Fahrzeuges auch für den Kindertransport eignen und über gut zugängliche Isofix- und Top-Tether-Verankerungen verfügen. Zur komfortablen Sicherung rückwärtsgerichteter Kindersitze ist eine ausreichende Gurtlänge Voraussetzung.

Infos zu allen getesteten Produkten und weitere Tests des ÖAMTC findet man unter www.oeamtc.at/tests. Alles Wissenswerte um Kindersitze und Kindersitzeinbau gibt es unter www.oeamtc.at/kindersitze . Eine kostenlose Kindersitzberatung gibt es an allen ÖAMTC-Stützpunkten.