Erstellt am 19. Januar 2016, 05:28

von Sonja Pohl und Stephanie Pirkfellner

Knappe Mehrheit für „Spange Alland Ost“. 51 Prozent stimmten am Sonntag für geplante Umfahrung. Bürgermeister Köck will Projekt jetzt durchziehen.

Die geplante »Spange Alland Ost« von der A21 über Mayerling ins Helenental.  |  NOEN, Foto: NÖN

Mit einer denkbar knappen Mehrheit für die geplante „Spange Alland Ost“ endete am Sonntag die Volksbefragung in der Wienerwald-Gemeinde. 51,3 Prozent der Allander sprachen sich für den Bau der Spange aus. Bürgermeister Ludwig Köck (VP) sieht das als „Auftrag, das Vorhaben so umzusetzen, dass letztlich alle davon profitieren.“ Die Opposition ist ebenso skeptisch, wie die Badener Stadtpolitik.

Die Wahlbeteiligung am Sonntag lag bei 45,5 Prozent. „Wir haben schon vor der Abstimmung klargestellt, dass das Ergebnis für die Gemeindeführung bindend ist“, so Köck. Er wolle nun „alle, die Bedenken geäußert haben, für das Projekt gewinnen“. Wie das gelingen soll? „Wichtig ist mir das Gespräch mit allen Anrainern, Grundstückseigentümern und Bürgern zu suchen, wir nehmen alle Bedenken ernst.“

„Das Helenental und seine Natur muss erhalten bleiben“

Davon gibt es genug. Gemeinderat Klaus Perl (SPÖ/UBA) meint: „Bei einer Wahlbeteiligung von 45 Prozent sind wir mit einem Ergebnis 636 zu 604 Stimmen jetzt nach der Befragung auch nicht viel klüger.“ Gemeinderat Erwin Dollensky („ALL“) ist überzeugt: „Bürgermeister Köck hat nicht das Endergebnis bekommen, das er sich gewünscht hat. 636 Ja-Stimmen, 604 Nein-Stimmen ergeben keine Klarheit. Bei einer anstehenden Gemeinderatssitzung muss man sehen, wie der Gemeinderat das Ergebnis interpretiert.“

In Baden bleibt man bei der Ablehnung des Projektes. Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne) sieht ebenfalls „kein eindeutiges Votum“. Die Grüne Bezirkssprecherin und Landtagsabgeordnete sieht nun den Ball bei der Landesregierung: „Weder die Allander Bevölkerung noch die Region ist klar für eine weitere Zerstörung des Wienerwalds. Es ist unverantwortlich, die Natur weiter zu zerstören. Schon überhaupt, wenn der Nutzen nicht klar ist und nicht mit großer Mehrheit in Kauf genommen wird.“

Darüber hinaus seien noch Anfragebeantwortungen der Landesregierung ausständig. „Die Millionen für die Naturzerstörung des Wienerwalds würde die Region für weitere Projekte wie Radwege und touristische Angebote brauchen“, so Krismer. Und Bürgermeister Kurt Staska appelliert: „Wenn schon die einzigen, die sich von der Spange eine Entlastung versprechen können nur so knapp für das Projekt sind, dann sollte das doch zu denken geben.“ Er hoffe nun auf eine „Nachdenkpause“. Denn: „Das Helenental und seine Natur muss erhalten bleiben“, meint Staska.