Erstellt am 27. Oktober 2015, 10:02

von Stephanie Pirkfellner und Stefan Jedlicka

Angst in Baden vor Alland-Umfahrung. Alland will Ortskern durch Spange vom Durchzugsverkehr entlasten. Baden befürchtet mehr Verkehr im Helenental.

Allands Bürgermeister Ludwig Köck (VP) befürwortet die Umfahrung.  |  NOEN, Foto: Holzinger.Presse

Eine Entlastung des Ortskerns vom Durchzugsverkehr erhofft sich die Gemeindeführung Allands von einer geplanten Umfahrung. Vor allem der Verkehr von der Außenringautobahn (A21) soll dadurch aus dem Zentrum verlagert werden. Konkret ist eine Spange vom Kreisverkehr bei der Autobahnabfahrt Mayerling zur Bundesstraße durchs Helenental geplant.

Gemeinderat mit Resolution gegen Projekt

In Baden fürchtet man aber zusätzlichen Verkehr durch das Helenental aufgrund der Umfahrung. Der „Abschneider“ von der Außenring- zur Südautobahn werde dadurch zusätzlich attraktiver gemacht, meint Bürgermeister Kurt Staska (ÖVP). Schon jetzt wird die Route gerne als Alternative zur Autobahnstrecke über Wien verwendet. „Wer im Navi die kürzeste Strecke von der West- zur Südautobahn sucht, würde automatisch ins Helenental geleitet“, so Staska. In einer Resolution hat sich der Gemeinderat deshalb auch gegen das Projekt ausgesprochen.

Und Staska erinnert an den Plan, die Durchfahrt durchs Helenental zu erschweren. Entsprechende Hindernisse seien bereits in einem Maßnahmenplan im Jahr 2007 von Bezirkshauptmannschaft und Industrieviertel-Regionalmanagement geprüft worden. Durch die Autobahnauffahrt Bad Vöslau sei für Anrainer der Umfahrungsstraße in Baden und des Helenentals schon jetzt eine zusätzliche Belastung entstanden. Eine Weitere wolle man verhindern. Auch der angrenzende Biosphärenpark Wienerwald wird von Baden als Argument angeführt.

Keine Zunahme der Verkehrsdichte?

Allands VP-Bürgermeister Ludwig Köck gilt als Befürworter der Umfahrung, denn er möchte die Allander vom Verkehr entlasten: „Es gibt neue Untersuchungen über die Zunahme der Verkehrsdichte – und eine solche steht nicht zu befürchten.“ Um die Durchfahrt des Schwerverkehrs auf ausschließlich berechtigte Fahrten zu beschränken, solle eine elektronische Überwachung errichtet werden, so Köck.

Gemeinderat Klaus Perl (SPÖ/UBA) beurteilt die Situation vorsichtig: „Neben den bestimmt positiven Auswirkungen müssen auch die negativen Folgen berücksichtigt werden, wie etwa die Steigerung des Verkehrs in Mayerling, aber auch in Maria Raisenmarkt. Das größte Verkehrsproblem Allands, den Verkehr vom Triestingtal über Groisbach kommend (B11), kann die Umfahrung jedenfalls nicht lösen.“

Eher ablehnend äußert sich Gemeinderat Erwin Dollensky von der Liste Alland: „Es drohen Enteignungen und es gibt inzwischen große Widerstände aus den eigenen bäuerlichen VP-Reihen.“ Allerdings versteht Dolensky den Ruf nach einer Verkehrsentlastung, „da die „NÖM-LKWs“ in Alland den Bürgern um die Ohren fahren“.