Erstellt am 02. Februar 2016, 12:38

von Stefan Jedlicka

Angst vor Flüchtlingen. Kritik und Sorge auf Facebook. Briefe freiheitlicher Wirtschaft an Bürgermeister Staska, Kainz und Babler.

Im ehemaligen Landespflegeheim in der Wiener Straße werden in den nächsten Wochen rund 200 Flüchtlinge einziehen. Die kritischen Stimmen aus Baden und Umgebung dazu verstummen nicht.  |  NOEN, NÖN

In wenigen Wochen sollen die ersten Flüchtlinge ins neue Quartier der Diakonie im ehemaligen Helenenheim in der Wiener Straße einziehen.

Doch das Projekt sorgt weiter im Vorfeld für Wirbel. Auf Facebook kommt es nach wie vor zu emotionalen Diskussionen. Der Ring freiheitlicher Wirtschaft im Bezirk wandte sich nun in offenen Briefen an Badens Bürgermeister Kurt Staska (ÖVP), aber auch an dessen Amtskollegen in Pfaffstätten, Christoph Kainz (ÖVP) und Traiskirchen, Andreas Babler (SPÖ).

Obmann Reinhard Langthaler darin: „Viele Gewerbetreibende befürchten auf Grund des neuen Asylquartiers mögliche Übergriffe und Belästigungen ihrer Mitarbeiter, die sich am Weg zur Arbeit befinden.“ Besonders weibliche Mitarbeiter, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad anreisen, sehe man als gefährdet an. „Denn, wie man leider den Medien entnehmen kann, mehren sich die tätlichen Übergriffe speziell auf Frauen und Mädchen“, so Langthaler.

Verstärkte Patrouillen der Stadtpolizei

Die Gemeinde sei dazu verpflichtet, für einen sicheren Arbeitswegr Sorge zu tragen. „Als konkretes Negativ-Beispiel wäre hier der unbeleuchtete und ungesicherte Rad- und Fußweg entlang des Wiener Neustädter Kanals anzuführen“, meint der Bezirksobmann.

Und er droht: „Viele Kunden meiden das Umfeld Traiskirchen für die Erledigung ihrer Einkäufe und nun ist davon auszugehen, dass dies auch mit Pfaffstätten und Teilen Badens passieren wird. Sollten negative Folgen durch das Asylquartier für Unternehmer und Angestellte entstehen, behalten wir uns rechtliche Schritte vor und werden die Gemeinde in die Verantwortung nehmen.“

Dieser Verantwortung sei er sich bewusst, versichert Staska: „Ich habe die Stadtpolizei angewiesen, verstärkt Kontrollen in der Umgebung Wiener Straße durchzuführen, um dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung Rechnung zu tragen. Man soll aber bitte nicht schon von vornherein das Schlechteste annehmen.

"Asylwerbern sollen Werte beigebracht werden"

“Vor allem die Betreuer im neuen Quartier seien gefordert, den Asylwerbern Werte und Gepflogenheiten zu vermitteln“, so Staska. Er habe aber auch Verständnis für eine gewisse Sorge: „Schließlich hat es ja leider Vorfälle gegeben, die man nicht wegdiskutieren kann.“