Baden

Erstellt am 16. August 2016, 09:08

von Stefan Jedlicka

Gerüchte um Verkauf der Badener Kaserne falsch. Weder Ministerium noch Bürgermeister bestätigen Zuschlag für Interessentengruppe. Zukunft offen.

Das Kasernen-Areal zwischen Vöslauerstraße (unten) und Umfahrungsstraße B210 (rechts). Noch gibt es keinen
Käufer. Seitens der Stadt wird mittlerweile wieder eine militärische Nutzung bevorzugt. 
 |  SIVBEG

Für viel Verwunderung sorgte am Freitag der Bericht einer Tageszeitung über den angeblichen Verkauf der Martinek-Kaserne an „asiatische Investoren“. Ohne Angabe weiterer Details war von einem „Zuschlag um 31,1 Millionen Euro“ die Rede. Bestätigung dafür gibt es auf NÖN-Nachfrage allerdings weder von der mit dem Verkauf des Areals betrauten SIVBEG, noch vom zuständigen Verteidigungsministerium. Im Gegenteil: „Es gibt keinen Zuschlag für irgendeinen der Interessenten“, betont ein Sprecher.

Und auch Bürgermeister Kurt Staska (VP) ist verwundert: „Das kann nur um eine Zeitungsente sein.“ Mit ihm habe kein Interessent über eine konkrete Verwertung des Areals gesprochen. Die Stadt müsste als Widmungsbehörde aber jede künftige Nutzung erst ermöglichen. Dass ein Investor das Gelände erwirbt, ohne über die mögliche Verwendung mit der Stadtgemeinde zu sprechen, ist daher äußerst unwahrscheinlich.

Pristou kritisiert „allgemeines Parteien-Hick-Hack"

Enttäuscht über den Streit in der Stadtpolitik rund um die Kaserne zeigt sich indes Gemeinderat Wolfgang Pristou, der einmal mehr dabei auch nicht die Parteilinie seiner Bürgerliste „wir badener“ teilt. „Allen guten Vorsätzen zum Trotz ist wieder eingetreten, was zu befürchten war“, meint Pristou: „Allgemeines Parteien-Hick-Hack, an dem sich alle Fraktionen außer der FPÖ beteiligen, sinnlose Schuldzuweisungen, Rücktrittsaufforderungen gefolgt von Empfehlungen für kalte Fußbäder, Ministerbesuche im Alleingang und Dringlichkeitsanträge.“

Gemeinderat Wolfgang Pristou („wir badener“) will ein neues Gremium für die Verwertung des Kasernen-Areals.  |  Archiv

Es sei nicht verwunderlich, dass „der Minister besseres zu tun hat, als sich zwischen die Fronten der Badener Parteien zu bringen. Das ist selbst einem Verteidigungsminister zu gefährlich oder zu dumm.“ Einer Lösung sei man nicht näher gekommen. Und Pristou fürchtet: „Auf Grund des derzeitigen Arbeitsklimas im Gemeinderat, ist zu befürchten, dass die unsinnigen und für die Stadt wenig dienlichen Auseinandersetzungen weitergehen.“

Die Inaktivität des Arbeitskreises zum Thema Kaserne lasse keine Ideen erwarten, meint er. Sein Vorschlag: „Die Weiterentwicklung an ein überparteiliches Gremium zu übertragen. Dafür soll ein Ideenpool unter Vorsitz einer fachkundigen, unabhängigen, honorigen Person eingerichtet werden.“ Interessierte Bürger, Institutionen und sonstige kreative Personen seien eingeladen, ihre Ideen einzubringen. „Über die Verwirklichung des Siegerprojektes sollen dann die Badener und Sooßer Bürger entscheiden.“