Erstellt am 19. April 2016, 05:44

von NÖN Redaktion

Auftragsvergabe: Vorwürfe gegen Wille. UBV-Chef Gerald Aster sieht Versäumnisse von SPÖ-Stadträtin Angelika Wille bei Berndorfer Tourismuskonzept.

UBV-Chef Gerald Aster wird Stadträtin Angelika Wille Ungereimtheiten bei einer Auftragsvergabe vor.  |  NOEN, HOLZINGER
Dass ein kleiner Bär ein solch enormes Aufsehen erregen würde, ahnte bei der Präsentation des Tourismuskonzeptes rund um den „Bären Arthur“ wohl niemand.
Parteichef Gerald Aster (UBV - „unser  Berndorf verändern“) recherchierte die Umstände der Auftragsvergabe durch SP-Stadträtin Angelika Wille. Dabei fiel ihm auf, dass der Billigstbieter den Höchstbieter um 696 Prozent unterboten hätte.

„Auch wenn die Sparmaßnahmen in Betracht gezogen werden, müssen bei auffälligen Billigstbietern Bonitätsprüfungen eingeholt werden. Wille unterließ dies, obwohl der Verdacht der spekulativen Preisgestaltung evident war.“ Der Bieter verfüge über ein kompliziertes Firmengeflecht rund um eine Inhaberin, über welche bereits am 7. September des Vorjahres ein Konkursverfahren eröffnet worden sei. „Eine KSV-Einholung wäre daher auf jeden Fall erforderlich gewesen“, so Aster.

Der UBV-Chef kreidet Wille weiters an, dass Rechnungen beglichen worden seien, ohne dass es entsprechende Gegenleistungen gegeben hätte. So stünde immer noch die vereinbarte Lieferung von Werbetafeln sowie die vollständige Umsetzung des Tourismuskonzepts aus. Zudem seien Rechnungen, am Masseverwalter vorbei, direkt an die bereits im Konkurs befindliche Firma beglichen worden.

Die angegriffene SP-Stadträtin Angelika Wille kontert: „Ich stehe immer noch voll und ganz hinter dem Konzept und bin überzeugt davon, damit das Beste für Berndorf getan zu haben. Und Herr Aster soll mir einmal zeigen, für welche anderen Projekte KSV-Auskünfte eingeholt wurden.“

Laut Wille „ein reines Oppositionstheater“

Der günstige Preis der Anbieterfirma erkläre sich damit, dass die Eigentümerin das Konzept als Referenz für Angebote an weitere Gemeinden heranziehen wollte. „Ich sehe hier nur rein oppositionellen Theaterdonner. Und dass die Eigentümerin des Anbieters in Privatkonkurs geht, davon konnte ich wirklich nichts wissen. Das Unternehmen ist jedenfalls nicht in Konkurs.“ Laut Wille sei lediglich die Lieferung einiger weniger Schaukästen offen.

SP-Bürgermeister Hermann Kozlik dazu: „Als langjähriger Bürgermeister muss ich die Dinge immer von mehreren Seiten sehen und möchte in der jetzigen Situation keine Stellungnahme dazu abgeben.“ Kozlik wolle aber vor allem keine Vorverurteilung vornehmen und er warte auf die Stellungnahme eines Juristen, die demnächst bei der Gemeinde eintreffen wird.

UBV-Chef Gerald Aster stellt klar: „Fehler können passieren, aber bei Frau Wille verblüfft mich die Verantwortungslosigkeit, mit der sie diese begeht. So etwas hat es im Stadtrat in dieser Form noch nie gegeben. Ich bin sicher, dass da noch mehr hochkommt, wenn der vom Bürgermeister beauftragte Rechtsanwalt fündig wird.“