Erstellt am 23. Oktober 2015, 19:11

Ausstellung zeigt Handschrift Arnulf Rainers. "Arnulf Rainer. Pinselrausch" lautet der Titel der neuen Ausstellung, die von Samstag bis 1. Mai 2016 im Arnulf Rainer Museum in Baden bei Wien zu sehen ist.

 |  NOEN, APA (OTS)

Am Eröffnungstag am Freitag haben die niederländischen Kuratoren bei einer Pressekonferenz den Grundgedanken der Bilder-Schau definiert: "Wir wollten die Handschrift des Künstlers dokumentieren. Ausrollen wie eine Fahne ...".

In enger Kooperation mit dem "Cobra Museum" (Amstelveen), wo die Ausstellung im vergangenen Halbjahr dem niederländischen Publikum präsentiert worden ist, wird jetzt im "Heimat-Museum" Rainers anhand einer gewaltigen Anzahl von Werken des 1929 in Baden geborenen Künstlers dessen malerische Entwicklung dokumentiert.

Von den Übermalungen seiner künstlerischen Anfangsjahre über Rainers Hand- und Fingermalereien bis hin zu einer Vielzahl an sehr jungen Arbeiten und Zeichnungen, "die frisch von der Küche und gerade einmal zwei bis drei Wochen alt sind", sagte Kurator Rudi Fuchs am Freitag. Der bei der Pressekonferenz anwesende Rainer, der am 8. Dezember 86 Jahre alt wird, erklärte, wie er diese Werke mittlerweile kreiert: "Die Blätter liegen am Boden, ich habe einen Bambusstock, darauf ist vorne ein Pinsel montiert und so male ich."

Insgesamt 164 Arbeiten Rainers werden in Baden gezeigt - Gemälde, Grafiken und 44 "frische" Blätter, die in Vitrinen ausgestellt sind. "In jedem Raum hängt eine gewisse Strophe von Bewegungen, wie eine Melodie. Das ist die Ausstellung - ohne Theorie. Ein Meisterstück", umschrieb Kunsthistoriker Fuchs die Intention der Bilderschau. Dabei sind sich Fuchs und sein Kuratoren-Kollege Maarten Bertheux einig: "Der ältere Meister malt noch immer sehr jung (...), seine Handschrift ist dieselbe."

Ein interessantes Novum soll Besucher noch mehr auf die Bilder-Welt Rainers konzentrieren lassen: Es gibt keine Beschriftungen oder Labels der ausgestellten Werke. Dafür werden in einigen Schauräumen des Badener Museums zwei Hörtexte abgespielt. Einer, in dem Rainer erzählt, wie er seine Bilder anfertigt, im anderen erklärt der Künstler seinem langjährigen Freund Rudi Fuchs seine künstlerische Arbeitsweise.