Erstellt am 28. Juni 2016, 05:25

von Andreas Fussi

Bausperre soll jetzt Luft verschaffen. Projekt „Café Thermalbad: Liste Flammer überraschte Opposition mit Bausperre für das Areal. Arbeitsgruppe zum Thema beschlossen.

…interessiert beobachtet von den zahlreichen Zuschauern.  |  Andreas Fussi

Nach den Rodungen am Areal rund um das Café Thermal und Gerüchten über einen baldigen Bau wurde das Thema intensiv im Gemeinderat behandelt. „Kein Ensemble prägt das Stadtbild so wie der Badplatz mit dem Café Restaurant Thermalbad.

Die Liegenschaft mit der geschichtsträchtigen und denkmalgeschützten Villa Pereira ist für die Identität von Bad Vöslau nicht wegzudenken“, leitet Eva Mückstein von den Grünen einen gemeinsamen Antrag ihrer Partei mit FPÖ, ÖVP und SPÖ ein, mit folgendem Einzelanträgen: Da Handlungsbedarf bestehe, um eine Katastrophe für das Ortsbild abzuwenden, möge der Gemeinderat dem Eigentümer ein Kaufangebot unterbreiten, eine Arbeitsgruppe einrichten, für transparente Infos sorgen, sicherstellen, dass der Baumbestand erhalten bleibt und in den Gestaltungsbeirat die politischen Fraktionen und einen Anrainervertreter einbeziehen.

Die Liste Flammer brachte ihrerseits einen Antrag für eine Bausperre für das Areal ein. Um auch im Falle künftiger Bauführungen sicherzustellen, dass der Charakter weitgehend in der derzeitigen Form erhalten bleibt, sollen im Rahmen einer Untersuchung entsprechende städtebauliche Parameter definiert werden, die als Grundlage für eine Überarbeitung der Festlegungen des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes in dem Bereich dienen, heißt es darin.

Antrag einstimmig beschlossen

Bürgermeister Christoph Prinz erklärte, dass bei den letzten Gesprächen mit den Eigentümervertretern der Liegenschaft keiner der vorgelegten Bebauungsvorschläge „der sensiblen städtebaulichen Situation“ gerecht wurde. Prinz verweist auf die Bedeutung dieses Ensembles – „sonst hätte ich nicht bereits das zweite Mal in 13 Jahren eine Bausperre veranlasst. Dieses Areal darf in keinster Weise verändert werden!“

 |  NOEN

Der Antrag über die Bausperre wurde einstimmig beschlossen. Er sei „ein Geschenk“ freute sich Eva Mückstein. „Wir können jetzt einmal aufatmen.“ ÖVP-Stadtrat Joachim Lielacher: „Es handelt sich um das Wohnzimmer meiner Jugend. Dieses Ensemble gibt es nur einmal!“ Wenn es nicht anders gehe, sei er dafür das Areal zu kaufen, meinte SPÖ-Stadtrat Wallner. FPÖ-Chef Peter Gerstner plädierte für ein „vernünftiges Miteinander“.

Der Antrag der Opposition auf Unterbreitung eines Kaufangebots durch die Gemeinde wurde mehrheitlich abgelehnt, die Arbeitsgruppe einstimmig beschlossen, ebenso der Punkt Transparenz und Baumbestand. Der Antrag zum Gestaltungsbeirat wurde zurückgezogen.

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