Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:18

von Tina Jedlicka

65 Kilo Kaffee, 35 Kilo Pistazien gestohlen. Kurioser Fund der Badener Polizei: Rumänische Diebe ließen in Supermärkten kiloweise Lebensmittel mitgehen.

Einen Supermarkt in Günselsdorf nahm die Bezirkspolizei Baden nach einem Überfall genauer ins Visier. Dabei kamen den Beamten zwei Rumänen verdächtig vor. Sie verfolgten sie nach Baden. Gemeinsam mit der Stadtpolizei schnappten sie die beiden und staunten nicht schlecht. Im Auto hatten die beiden unter anderem 65 Kilo Kaffee und 35 Kilo Pistazien.

Zum Verhängnis wurde den Tätern auch ihr Navi im Auto: Auf diesem waren sämtliche Supermärkte eingespeichert, die die beiden „besucht“ haben sollen und handschriftliche Listen. Mindestens vierzig Geschäfte klapperten sie laut Staatsanwalt Udo Kremnitzer ab.

Die beiden sollen aufgrund eines finanziellen Engpasses nach Österreich gekommen sein, da ihnen ein Job zugesagt worden sei. Diesen habe es gar nicht gegeben. „Mein Mandant bekam dann das Angebot, sich mit Diebstählen Geld zu verdienen“, meinte die Pflichtverteidigerin einer der Angeklagten. Aus Verzweiflung habe er das getan. Der Zweitbeschuldigte habe die Supermärkte im Internet herausgesucht und auf dem Navi abgespeichert.

Nachdem die Polizei in Baden das Auto gefunden und die Beute sichergestellt hatte, montierten die Beamten eine Radklammer. Als die Diebe zurückkamen, schlug sie einer der beiden mit einem Hammer kaputt. Die Polizisten sahen den Wagen zu ihrer Verwunderung kurze Zeit später im Verkehr wieder. Gemeinsam mit der Bezirkspolizei wurden die Täter gefasst. Je nach Vorstrafe der beiden lautete das nicht rechtskräftige Urteil: Acht Monate bedingt und 15 Monate (davon 10 bedingt).