Erstellt am 26. April 2016, 05:44

Ausstellung Kaiserliche Gartenlust. „Die Gartenmanie der Habsburger“ wird in der neuen Schau im Badener Kaiserhaus beleuchtet. Kaiser griffen sogar persönlich zu Schaufel und Krampen.

Gemeinderat Ernst Schebesta, Stadträtin Carmen Jeitler-Cincelli und Pater Amadeus Hörschläger zu Gast bei der Eröffnung.  |  NOEN, Rollettmuseum Baden, Städtische Sammlungen

Wer an die Habsburger denkt, denkt dabei nicht zwingend an die Gartenliebe, die das Herrschergeschlecht aber recht manisch zu plagen schien. Im Rahmen des „Gartensommer Niederösterreich“, ein Zyklus mit rund 300 Veranstaltungen rund um den Garten, zeigt das Kaiserhaus bis 1. November „Die Gartenmanie der Habsburger“, eine wissensreiche Ausstellung, die am Freitag eröffnet wurde.

Zwei engagierte und fast ebenso manische Kuratoren, Christian Hlavac und Astrid Göttche, stecken hinter dem Ausstellungskonzept und stellen die Gartenkultur vom ausgehenden 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ins Zentrum. Für die Gestaltung wesentlich mitverantwortlich: Kulturstadtrat Hans Hornyik (VP), selbst begeisterter Historiker.

Gartenkultureller Einfluss auf Baden

Manifestiert wird die grüne Kultur beispielsweise anhand der Gartenliebe eines Franz II. (I.), genannt der „Blumenkaiser“, oder an Erzherzog Karl, der ein wissender Rosensammler war und im Garten der Weilburg ab den 1820er-Jahren eine europaweit bedeutende Rosensammlung anlegte. Erzherzog Anton ließ Baden und Umgebung richtig aufblühen und Erzherzog Johann war ein Förderer der Landwirtschaft und Obstbaumzucht.

Kurzum: Die Familie Habsburg-Lothringen hatte über Jahrzehnte hinweg einen starken gartenkulturellen Einfluss auf die Stadt Baden und deren Umgebung. Dies wird nicht nur auf liebevoll gestalteten Schautafeln, sondern zum Beispiel auch anhand zahlreicher modischer Accessoires und anderer Preziosen verdeutlicht.
Weiters ist im Amalthea-Verlag ein Buch der beiden Kuratoren zur Ausstellung erschienen und seit Kurzem gibt es auch einen eigenen App-Guide, der durch die Ausstellung führt.