Erstellt am 03. November 2015, 05:37

von Stefan Jedlicka

„bauMax“ verkauft: Zukunft ungewiss. Nach Konkurs der Baumarktkette wurde Liegenschaft in der Vöslauerstraße verkauft. Stadt gegen Fachmarktzentrum.

Die »bauMax«-Filiale in der Vöslauerstraße ist geschlossen. Vom Eigentümer, der Wiener Privatbank Semper Constantia, wird die Liegenschaft gerade weiterverkauft. Die benachbarte NÖM (im Hintergrund) kam dabei nicht zum Zug. Gegen ein Fachmarktzentrum spricht sich Bürgermeister Kurt Staska aus.  |  NOEN, Foto: Jedlicka

„bauMax“ hat die Lichter endgültig abgedreht. Vergangene Woche wurden alle Filialen nach dem Konkurs der Baumarktkette geschlossen. Der deutsche Konkurrent Obi übernimmt 68 Standorte, Hagebau sechs, Hornbach einen.

Auf die Badener Filiale in der Vöslauer-straße trifft nichts davon zu. Sie befindet sich noch im Eigentum der Wiener Privatbank Semper Constantia, die allerdings bereits einen Käufer gefunden hat.
Wer das ist, will man nicht verraten. Louis Obrowsky, Geschäftsführer der Semper Constantia Immo Invest GmbH, bestätigt aber auf NÖN-Nachfrage, dass man bereits handelseins sei.

„Die Liegenschaft befindet sich bei uns in einem offenen Immobilienfonds für private Anleger und wir haben uns für einen Verkauf als beste Option entschieden“, sagt Obrowsky. Details dürfe er nicht preisgeben, von einer gewerblichen Nutzung ist aber auch weiterhin auszugehen. Das Areal könnte ein Fachmarktzentrum werden, wofür allerdings eine Änderung der Widmung durch die Stadtgemeinde erforderlich wäre.

„Ja, wir hätten das Grundstück gerne gehabt, es wurde
aber an einen anderen Interessenten verkauft.“
NÖM-Chef Alfred Berger

Eine solche Umwidmung schließt Bürgermeister Kurt Staska (VP) jedoch aus. „Wir wollen die Wirtschaft der Innenstadt stärken und nicht die Abwanderung an die Peripherie unterstützen“, begründet er. „Negative Beispiele aus anderen Städten zeigen, was Einkaufszentren am Stadtrand für die Geschäftswelt der Innenstadt bedeuten.“ Derzeit ist das Grundstück als Betriebsgebiet gewidmet, was kein Fachmarktzentrum zuließe. Wohl aber wieder einen Baumarkt oder etwas Ähnliches – etwa ein Möbelhaus.

Ebenfalls Interesse am Kauf der Liegenschaft gezeigt hatte der benachbarte Molkereikonzern NÖM. „Ja, wir hätten es gerne gehabt“, sagt NÖM-Chef Alfred Berger über das Nachbargrundstück. Man sei jedoch nicht zum Zug gekommen.

In den vergangenen Wochen haben Schnäppchenjäger die bauMax-Filiale gestürmt. Ob Armaturen, Duschköpfe und Lampen, viele Heimwerker deckten sich mit Ersatz ein. Auch um die Arbeitsbekleidung der Mitarbeiter rissen sich die Kunden. „Unser Chef hat eigentlich uns Mitarbeitern alte Jacken und Pullover zum Mitnehmen hingelegt, als ein Kunde nach dem Preis fragte, haben wir auch diese verkauft“, schildert ein Verkäufer.