Erstellt am 19. Oktober 2015, 11:50

von Tina Jedlicka

Eifersucht als Motiv. 23-jähriger Badener soll Freundin verletzt, genötigt und seinen Nebenbuhler bedroht haben. Geldstrafe (nicht rechtskräftig).

Richter Gerald Grafl leitete den Prozess gegen den Badener.  |  NOEN, Foto: Jedlicka

Zu unschönen Szenen solle es Mitte Juni in der Wohnung eines 23-jährigen Mannes und seiner Lebensgefärtin in Baden gekommen sein. Der Angeklagte, der bereits vorbestraft ist, soll sie am Oberarm gepackt haben und sie zum Liegenbleiben am gemeinsamen Bett gezwungen haben, um sie am Verlassen der Wohnung zu hindern. Außerdem soll er seine Zigarette auf der Innenseite ihres Oberschenkels ausgedrückt haben.

Schuld daran sei Eifersucht gewesen: Seine Freundin soll sich mit einem anderen getroffen haben. Der 23-Jährige stritt ab, die junge Frau verletzt zu haben, schon gar nicht mit einer Zigarette. Die Drohung gegen den Nebenbuhler habe er getätigt, hätte er laut seiner Aussage aber nie ausgeführt.

Richter Gerald Grafl versuchte herauszufinden, wie es zu der Auseinandersetzung gekommen war. Die junge Frau sei seine große Liebe gewesen, beteuerte der Angeklagte immer wieder. Aber Konfrontationen sei sie stets aus dem Weg gegangen. „Ich bin am Boden gelegen und habe geweint und sie hat mich einfach ignoriert“, erzählte der Angeklagte.

Dass sie sich Diskussionen nicht gerne stelle, bestätigte die junge Frau auch vor Gericht. Den Vorfall mit der Zigarette könne man ihm allerdings nicht zur Last legen, das sei sie selbst gewesen, meinte sie zu Richter Grafl. Sie müsse, weil sie diesbezüglich bei der Polizei gelogen habe, jetzt auch soziale Dienste leisten. Beim Streit habe er sie schon festgehalten und zu Bett gestoßen.
Richter Grafl verurteilte den Mann zu einer unbedingten Geldstrafe. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.