Erstellt am 19. Januar 2016, 05:33

von Tina Jedlicka

Frau stach Ex nieder, Ausländer beschuldigt. Badenerin (29) schlug Ex-Freund nieder, den zweiten stach sie nieder. Bei Polizei beschuldigte sie „einen Ausländer“.

Bauchstich im Rausch. Eine Auseinandersetzung in Baden endete im September blutig. Jetzt wurden Täterin und Opfer, die einen Unbekannten beschuldigt hatten, verurteilt.  |  NOEN, NÖN

 Die Messerattacke in der Marchetstraße hatte im September 2015 für Aufsehen gesorgt. Am Freitag mussten sich nun Täter und Opfer am Landesgericht Wiener Neustadt verantworten.

Zur Vorgeschichte der blutigen Auseinandersetzung: Eine 29-jährige Badenerin kam in die Wohnung ihrer Mutter, in der auch zwei ihrer Ex-Freunde wohnten. Nachdem alle Alkohol in Unmengen konsumiert hatten, kam es zu Eifersüchteleien und schließlich zu Handgreiflichkeiten. Die Frau ohrfeigte den ersten Mann, sodass dieser gegen eine Säule donnerte. Als es dann mit dem zweiten Ex zum Streit kam, nahm die Frau ein Messer, das sie „zur Abschreckung“ schon den ganzen Tag bei sich gehabt hatte und stach ihm zwei Mal in den Oberschenkel und einmal in die Brust.

In Widersprüche verwickelt

Die Frau verarztete beide so gut sie konnte, ihre Mutter verständigte den Notarzt. Bevor die Rettungskräfte und die Polizei eintrafen, einigten sich Täterin und Opfer darauf, „irgendeinen Ausländer“ zu beschuldigen. Doch alle verwickelten sich in Widersprüche und die Polizei fand in Windeseile heraus, was wirklich passiert war. Beim Prozess beteuerte die 29-Jährige, sie sei Alkoholikerin, wolle aber von der Sucht loskommen, um ein geordnetes Leben zu führen.

Ihre beiden Ex-Freunde stellten keine Schmerzensgeldansprüche. Der Mann musste nach den Messerstichen, die laut Sachverständigem Rudolf Denk lebensbedrohlich waren, länger intensivmedizinisch betreut werden.

Richterin Theresa Scherrer verurteilte die Frau zu 30 Monaten (davon 20 bedingt) Haft, ihn zu fünf Monaten bedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.