Erstellt am 31. Mai 2016, 05:04

von Andreas Fussi

Investoren verärgert. Anstellung ausländischer Fachkräfte macht Probleme. K.Y.A.T.T.-Gruppe droht mit Rückzug aus Österreich.

Das Hotel Sauerhof in Baden soll wie vereinbart trotz angekündigten Rückzugs fertig umgebaut werden und dürfte dann verkauft und nicht wie geplant als Fünf-Sterne-Gesundheitshotel geführt werden.  |  NOEN, Foto: NÖN

Was Skeptiker befürchtet haben, droht nun Realität zu werden. Die österreichisch-malaysische Investorengruppe K.Y.A.T.T. rund um Geschäftsführer Siegmund Kahlbacher, die zuletzt mehrere Luxushotels gekauft hat, könnte sich wieder aus Niederösterreich zurückziehen, berichtet orf.at am Sonntag.

Investor Kahlbacher bestätigt gegenüber der NÖN die Überlegungen. Als Grund gibt er an, dass der Sohn der malaysischen Eigentümerfamilie vom Arbeitsmarktservice eine Ablehnung erhalten habe, in Österreich arbeiten zu dürfen. Kahlbacher versteht die Welt nicht mehr. Die Eltern des jungen Managers, der in London ein Wirtschaftsstudium absolviert hat, seien sehr verärgert und bereits abgereist. Eine Aufsichtsratssitzung wurde anberaumt. Dazu kam, dass die bislang anvertraute heimische Bank kein Geld aus Asien annehmen wolle.

Derzeit Einreichplan fertiggestellt

„Die Lage ist sehr ernst“, sagt Kahlbacher, der jedoch auf eines Wert legt: „Was wir angefangen haben, machen wir auch fertig. Ich bin Badener – und das, was ich hier verspreche, halte ich“, sagt er. Er werde daher das Hotel Sauerhof wie geplant umfangreich sanieren und umbauen, aber dann sofort abstoßen und verkaufen. Derzeit werde gerade der Einreichplan fertiggestellt.

Er sehe durch die aktuelle Situation in Österreich keine Zukunft mehr, bedauert er. Denn er werde für seine Spitzenhotels auch einige ausländische Arbeitskräfte benötigen, um authentisch überzeugen zu können. So werden in der Gastronomie zwar viele österreichische Köche und Mitarbeiter eingestellt werden, aber ein geringer Teil müssten als Aushängeschilder Ausländer sein. „Sie sind das Gewürz in der Suppe“, so Kahlbacher.

Wegen der bürokratischen Hürden bei der Anstellung ausländischer Fachkräfte und anderer Komplikationen habe er nun an den neuen SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern und Wirtschaftspolitikern einen Brief geschrieben, um sie freundlich auf seine Situation hinzuweisen. Wenn es kein Entgegenkommen gebe, werde sich die Investorengruppe aus Österreich zurückziehen und in Tschechien investieren. „Die werden uns mit offenen Armen empfangen“, weiß Kahlbacher. Er werde jetzt einmal abwarten, ob es eine Reaktion von Kern & Co. gibt – immerhin gehe es um 2.000 Arbeitsplätze, die mit den Investitionen in Österreich entstehen sollen.