Erstellt am 08. Dezember 2015, 05:48

von Stefan Jedlicka

Kaserne: Pläne für Privat-Uni geplatzt. Sauerhof-Investor wegen Denkmalschutz-Auflagen nicht mehr an Uni-Projekt auf Martinek-Kasernen-Areal interssiert.

Das Areal der ehemaligen Martinek-Kaserne an der Vöslauerstraße (unten) liegt brach. Ein Wohnbauprojekt lehnte die Stadt ab, die Pläne für eine Universität liegen derzeit auf Eis.  |  NOEN, SIVBEG

Die erste Euphorie ist verflogen. Mit seiner Investmentgesellschaft K.Y.A.T.T. hat der Badener Siegmund Kahlbacher nicht nur das ehemalige „Helenenstüberl“ in Alland übernommen und mittlerweile neu eröffnet. Man kaufte auch das insolvente Hotel „Sauerhof“ und das vom Glücksspielkonzern Novomatic geschlossene „Sacher“ im Helenental. Und zeigte Interesse am Areal der Martinek Kaserne. Dort könne er sich die Errichtung eines Universitätscampus vorstellen, hatte Kahlbacher angekündigt. Doch daraus wird zumindest vorerst einmal nichts.

Denn nach einem Gespräch mit den zuständigen Stellen beim Bundesdenkmalamt sei an einen Kauf und eine Verwertung nicht mehr zu denken, bestätigt Kahlbacher. „Man hat uns gesagt, dass dort jeder Grashalm unter Schutz steht.“ Er wolle sich deshalb nun auf die Projekte Sauerhof und Sacher konzentrieren. „Im Prinzip wäre alles klar für das Uni-Projekt“, so Kahlbacher. Eine Expertenprüfung habe grundsätzlich grünes Licht für einen Ankauf gegeben, wenn auch der geforderte Kaufpreis von 33 Millionen Euro als zu hoch eingestuft worden sei. „Aber die Finanzierung würde stehen und wir haben alles durchgesprochen.“

„Voraussetzung für Gespräch sind Pläne“

Die Übernahme des Hotels Sacher soll mit 15. Jänner erfolgen und dort wolle K.Y.A.T.T. auch sofort mit dem nötigen Umbau beginnen. „Wir haben schon einen Geschäftsführer engagiert, der zu Beginn auch für den Sauerhof zuständig sein wird“, erzählt Kahlbacher. In beiden Häusern ist ein Gesundheitsschwerpunkt geplant. Dazu müsse der Sauerhof aber deutlich vergrößert werden, betont er. Und auch hier muss noch ein Konsens mit dem Bundesdenkmalamt gefunden werden. „Das wird nicht ohne. Unser Architekt arbeitet an den Plänen, wir wollen spätestens im Mai mit den Arbeiten anfangen“, sagt Kahlbacher. Was durch die bestehenden Auflagen nicht einfach sei. „Ich möchte auf jeden Fall diese Woche noch mit Bürgermeister Kurt Staska über das Projekt sprechen.“

Staska (ÖVP) beruhigt: „Natürlich wollen wir, dass das von Herrn Kahlbacher präsentierte Projekt für den Sauerhof auch in die Tat umgesetzt wird. Nach meinen Erfahrungen war das Bundesdenkmalamt auch immer gesprächsbereit, wenn ein realistisches Projekt eingereicht wurde. Voraussetzungen für Gespräche sind aber konkrete Planungen. Bisher kenne ich solche Pläne nicht.“ Die Vorgaben des Denkmalschutzes für das Kasernen-Areal seien bekannt gewesen, so Staska: „Das war keine Überraschung.“ Er bedaure aber, dass es kein Interesse mehr seitens Kahlbacher an einem Kauf des Areals gebe.