Baden

Erstellt am 13. April 2017, 05:00

von Andreas Fussi

Neue Paten für minderjährige Flüchtlinge gesucht. Verein organisiert und begleitet Patenschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Info-Treffen in Baden.

Erika Kudweis mit ihrer Tochter Hanna und Patenkind Ali beim Besuch des Musicals „Peter Pan“ im Stadttheater Baden.  |  privat

Im Zuge der Flüchtlingswelle sind zahlreiche Menschen auch nach Baden und Umgebung gekommen, um hier zu bleiben und auf eine sichere Zukunft zu hoffen.

Informationsabend am 18. April

Darunter sind auch viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF). Sie sind alleine, ohne Eltern nach Österreich gekommen und sehnen sich meist nach einem Menschen, der sie begleitet. Auch aus dem Grund wurde der Verein „PatInnen für alle“ gegründet, der nach erfolgreichen Beispielen in Gablitz und Purkersdorf jetzt auch im Großraum Baden hilfsbereite Menschen sucht, die eine Patenschaft übernehmen wollen.

Ein erster Informationsabend fand vorigen Montag statt. Initiatorin und Obfrau Erika Kudweis freut sich, dass rund ein Dutzend Interessierte erschien. Da einige Personen keine Zeit hatten, wird am 18. April von 10 bis 12 Uhr ein weiterer Info-Termin veranstaltet. Ort ist wieder die Neustiftgasse 26 in Baden (Info & Anmeldung unter: kudweis@patinnenfueralle.at).

"Ideales Mittel zur Integration"

„So eine Patenschaft ist das ideale Mittel zur Integration“, weiß Kudweis. Mit relativ wenig Aufwand (einmal pro Woche Treffen, Beziehung aufbauen) könne man den Jugendlichen sehr helfen. In Baden werden besonders viele Frauen als Patinnen für junge unbegleitete Mädchen gesucht, die meisten aus Somalia. „Sie haben oft höllische Angst vor Männern“, so Kudweis. Man kooperiere hier eng mit den Betreuungseinrichtungen „WoGe 18“ und „Menschen leben“.

Aktuelle kriminelle Vorfälle von Asylwerbern, haben in großen Teilen der Bevölkerung für Verunsicherung und Ablehnung gesorgt. Das treffe auch die ehrenamtlichen Helfer. „Viele haben Angst bekommen um ihre Schützlinge.“ Regional finde sie und ihr Verein aber prinzipiell „sehr wohl Wertschätzung“, erklärt Kudweis.

„Je lauter die Gegner, desto leiser werden die Helfer“

Ihrer Erfahrung nach würden die freiwilligen Helfer nicht weniger, „sie verschwinden aber von den öffentlichen Plätzen und sind nicht mehr so sichtbar.“ Es finde alles im privaten Umfeld statt. „Je lauter die Gegner, desto leiser werden die Helfer“, weiß sie. Dagegen wehre sie sich – „wir müssen auch gehört werden!“

Eines habe Kudweis festgestellt, was ihr sehr imponiere: „Bei den Jungen Menschen aus Afghanistan, Somalia und Syrien zählt das Alter und der Respekt vor den Eltern“. In ihren Kulturen gelte das Wort von Vater und Mutter. „Ich würde mir wünschen, dass unsere Kinder auch so respektvoll mit den Älteren umgehen“, so Kudweis.