Erstellt am 26. April 2016, 05:34

von Stefan Jedlicka

Sauerhof: Aufstand gegen Umwidmung. Bürgerinitiative und „wir badener“ machen gegen geplante Umwidmung am Areal des Sauerhofes mobil.

So sollen laut Entwurf die drei neuen Gebäudeteile für den Sauerhof aussehen, in denen »Touristische Appartements« entstehen sollen. Die nötige Umwidmung stößt auf Widerstand.  |  NOEN, Foto: privat

Mit großer Skepsis wird die bevorstehende Umwidmung am Areal des ehemaligen Hotels Sauerhof in der Weilburgstraße (die NÖN berichtete) von der Bürgerliste „wir badener“ beobachtet, wie Stadtrat August Breininger im Rahmen eines Bürgerabends am Donnerstag erneut klar machte.

Für die Errichtung „Touristischer Appartements“ in drei Wohnblöcken (siehe Grafik oben) soll die derzeit ausschließlich auf Hotelbetrieb beschränkte Nutzung des Grundstückes erweitert werden. Auch die „Bürgerinitiative Baden“ um Karl Zweymüller, die sich gegen neue Bauprojekte stark macht, unterstützt er.

„Warum werden zuerst Appartements gebaut?“

Zweymüller kündigt Widerstand gegen die Umwidmung an. Er fürchte, die Stadt sitze einer Spekulation der neuen Sauerhof-Eigentümer auf. „Hotel ja – Bauspekulation nein.“ Und er fragt: „Warum werden zuerst die neuen Appartements gebaut, die zum Hotel gehören sollen, aber der Sauerhof selbst bleibt einer Ruine?“
Für Zweymüller ist klar: „Sobald die Genehmigung für die Appartements vorliegt, wird man daraus Profit schlagen und das Hotel wird nicht mehr revitalisiert.“
 

Er halte die präsentierten Pläne, aus dem Sauerhof ein Fünf-Stern-Gesundheitshotel machen zu wollen, für unrealistisch. Und er kritisiert die Stadtführung: „Man macht sich zum Handlanger jener, die auf Kosten von Schönheit und Lebensqualität unserer Stadt ausschließlich ihren Profit vor Augen haben.“

Die Bürgerinitiative protestiere „im Namen aller Badener, denen der Erhalt des Sauerhofes, dieses berühmtesten Kornhäuslbaus Österreichs, ein Anliegen ist.“ Zweymüller ist überzeugt: „Wir sind jetzt in einer entscheidenden Phase für die Stadt: will ich das alte Baden erhalten, oder nicht. Es ist eben schon zu viel an unersetzlichem Kulturgut aus Gründen der Engstirnigkeit, Kleinkariertheit und mangelnder Voraussicht verloren gegangen.“

„Wohnungsverkauf gar nicht möglich“

Doch Baustadtrat Rudolf Gehrer (VP) versichert: „Die Umwidmung schreibt ganz klar vor, dass die Neubauten nur für touristische Zwecke genützt werden dürfen. Dort Eigentumswohnungen zu verkaufen, ist also überhaupt nicht möglich. Es ist aber eben so, dass Hotels heutzutage nicht mehr nur Zimmer vermieten, sondern auch Appartements. Daher macht die Umwidmung Sinn.“ Und er stellt klar: „Ohne klare Sanierungspläne für den historischen Teil des Hotels wird es die Umwidung nicht geben.“