Erstellt am 12. September 2015, 08:20

von Stefan Jedlicka

„Sauerhof“ soll Top-Gesundheitshotel werden. Konzept liegt vor. Projektentwickler August Gramann will mit internationalem Investorenteam das Traditionshotel zu neuem Leben erwecken.

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Neue Hoffnung für das einstige Grand Hotel Sauerhof in der Weilburgstraße. Seit Konkurs und Schließung vor rund eineinhalb Jahren ist das Haus dem langsamen Verfall preisgegeben.

Die Suche nach einem Käufer blieb bislang erfolglos. Doch nun liegt ein konkretes Konzept vor: aus dem Sauerhof soll ein Top-Gesundheitshotel nach modernsten Standards werden.

„Wir rechnen mit rund 25 Millionen Euro für
die Sanierung und weiteren 40 Millionen für
einen Zubau.“
August Gramann

Hinter dem Projekt steht der Wiener Neudorfer August Gramann, der nicht nur gemeinsam mit Bruder Wolfgang Gramann (Direktor der Österreichischen Fußballbundes) erfolgreich im Sport-Marketing tätig ist, sondern auch seit vielen Jahren internationale Hotelprojekte im Fünf-Stern-Bereich entwickelt. Gespräche mit der Stadtgemeinde Baden haben bereits stattgefunden.

„Sie sind sehr gut gelaufen. Wir wollen einen neuen Leitbetrieb für die Stadt schaffen“, ist Gramann im Gespräch mit der NÖN optimistisch. Gemeinsam mit internationalen Spezialisten wolle er den Sauerhof auf „Vier- bis Fünf-Stern-Niveau“ aufwerten.

Und man ist bereit, dafür auch viel Geld auszugeben. „Wir rechnen mit Investitionen von rund 25 Millionen Euro, um das bestehende Haus zu sanieren, und weitern 40 Millionen für einen Zubau“, verrät Gramann.

Sanierung als Herausforderung

Die Sanierung stelle die Investoren dabei vor eine große Herausforderung. „Im derzeitigen Zustand ist das Hotel nicht zu verwenden. Es ist alles heruntergewirtschaftet worden. Dazu kommt, dass seit der Schließung nichts gemacht wurde. Es sind Risse in der Wand, die Feuchtigkeit verursacht Schäden“, so Gramann.

Nach Um- und Ausbau soll ein völlig neuer Wellness- und Beauty-Bereich zahlungskräftige Gäste nach Baden locken. Zuvor muss aber das Schätzgutachten über den Wert der Liegenschaft abgewartet werden, das im Oktober vorliegen soll.

Danach werden sich die Investoren um August Gramann im laufenden Versteigerungsverfahren um den Erwerb des Sauerhofes bemühen. Was die Sache nicht unbedingt erleichtert: die zuständige Masseverwalterin ist aufgrund des letzten Eigentümers, der Helnan-Hotelgruppe, in Luxemburg angesiedelt.

Die Erste Bank als Pfandgläubiger hat jedoch die Vollmacht erhalten, mit Interessenten zu verhandeln. „Wir hoffen, uns bald einigen zu können“, gibt sich Gramann noch zurückhaltend.

Umbau muss abgestimmt werden 

Ein Um- und Zubau des Sauerhofes müsste in weiterer Folge auch mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt werden, da das Hotel unter Denkmalschutz steht. „Auch hier hat es schon erste Gespräche gegeben. Die Stadtgemeinde Baden unterstützt uns sehr“, betont August Gramann.

Die Investorengruppe wolle das Hotel auch selbst betreiben. „Unter österreichischer Direktion, aber mit internationalen Spezialisten.“ Als möglichen Eröffnungstermin habe man das Frühjahr 2018 ins Auge gefasst.

„Wir rechnen mit rund einem Jahr für Planung und die nötigen Genehmigungen und noch einmal rund eineinhalb Jahren Bauphase“, erklärt Gramann. Und er stellt klar: „Eine deutliche Aufwertung des Hauses ist unbedingt notwendig. Ein Hotel im Drei-Stern-Bereich macht in Baden absolut keinen Sinn. Da gibt es in Wien viel zu viele billige Zimmer.“


Reaktionen: „Hoffentlich nicht wieder heiße Luft“

„Zeit wird´s! Wir begrüßen eine Lösung, ist doch schon genug Zeit durch Untätigkeit der schwarz-grünen Stadtregierung verstrichen. Hoffentlich ist es diesmal nicht wieder nur heiße Luft, wie es schon so oft der Fall war. Die Bürgerliste wurde in keiner Weise informiert oder miteingebunden. Auffällig erscheint der Zeitpunkt der Meldung, zwei Wochen vor der Wahlwiederholung am 27. September…“
Stadtrat Jowi Trenner (Bürgerliste „wir badener“)

„Wir wurden zwar wie üblich nicht über das Projekt informiert, ich bin aber hoch erfreut darüber. Jetzt heißt es abwarten, ob auch wirklich etwas aus dem Vorhaben wird. Denn Interessenten hatten wir ja schon öfters. Wenn die Ankündigungen diesmal tatsächlich halten, ist das natürlich toll für den Badener Tourismus.“
SPÖ-Vorsitzender Stadtrat Markus Riedmayer

„Das ist eine großartige Nachricht für den Tourismus in Baden. Das Projekt entspricht in seiner Ausrichtung genau unserer Strategie. Dazu kommt der geplante Ausbau der Bettenkapazität.“
Bürgermeister Kurt Staska (ÖVP)