Erstellt am 14. Dezember 2015, 10:00

von Stefan Jedlicka

Baden: "Sicher nicht mit grünem Zeigefinger". Christian Ecker und Stefan Eitler übernehmen Mandate von Herbert Först und Tobias Perschon.

Staffelübergabe bei den Badener Grünen: Herbert Först, Stefan Eitler, Helga Krismer, Christian Ecker und Tobias Perschon (v.l.).  |  NOEN, Stefan Jedlicka

Doppelter Wechsel im Gemeinderatsklub der Badener Grünen. Herbert Först und Tobias Perschon treten zurück, wie die NÖN bereits in der Vorwoche berichtete, Christian Ecker und Stefan Eitler übernehmen ihre Mandate.

Im Rahmen einer Klausur sei die Personalrochade beschlossen worden. Först: „Nach 105 Gemeinderatssitzungen in 16 Jahren ist es Zeit, dass Jüngere nach vorne treten. Denn es ist meine Überzeugung, dass die Jugend über die Zukunft entscheiden soll, nicht Senioren.“

Trotz seines jugendlichen Alters zieht sich aber auch Tobias Perschon aus dem Gemeinderat zurück. Berufliche Mehrbelastung, Studium und Übersiedelung nach Wien seien seine Gründe. „Es bleibt mir nicht mehr genug Zeit, um Dinge so zu erledigen, wie ich mir das vorstelle. Und wenn ich meinen eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden kann, muss ich gehen“, lautet Perschons Fazit.

 „Grün ist für mich die Farbe der Zukunft"

In Försts „Dinosaurier-Fußstapfen“ treten möchte Krankenpfleger Christian Ecker. „Wir können uns in Zukunft vieles nicht mehr leisten, aber vor allem nicht mehr, fossiles Öl zu verbrennen“, warnt er. Setzt aber gleich nach: „Ich werde sicher nicht mit dem grünen Zeigefinger durch die Gegend gehen.“

Fasziniert habe ihn die Grüne Bewegung „schon immer“, wie Ecker betont. Der Schritt aus einem bürgerlichen Elternhaus zur aktiven Beteiligung in der Partei sei ihm jedoch schwer gefallen. Im Vorstand sei er nun jedoch „von der Offenheit und Aufgeschlossenheit begeistert“. Ecker: „Grün ist für mich die Farbe der Zukunft, die wir gestalten müssen, nicht nur verwalten.“

"An Nachhaltigkeit interessiert"

Ebenfalls aus einen ÖVP-dominierten Elternhaus stammt Tobias Perschons Nachfolger Stefan Eitler. Mutter Silvia, frühere Wirtschaftsstadträtin der Volkspartei habe ihm die Entscheidung aber leicht gemacht, sagt er. „Wir haben ein sehr offenes Gesprächsklima. Sie hat mich immer dazu erzogen, eigene Entscheidungen zu treffen.“

Der Student der Germanistik und Philosophie sieht sich als „sehr vernunftorientiert und kritisch, aber auch vorausschauend und an Nachhaltigkeit interessiert.“ Deshalb habe er sich den Grünen angeschlossen: „Weil sich keine Partei so selbst hinterfragt und die grünen Werte am besten zu meinen passen.“ Engagieren wolle er sich vor allem in den Bereichen Jugend und Kultur. Und zwar so direkt wie möglich. „Ich bin für Basisarbeit, für Gespräche mit den Menschen.“