Baden

Erstellt am 09. August 2016, 03:33

von Sonja Pohl

Spielgrube: Konkurs. Traditionsgeschäft in der Breyerstraße zahlungsunfähig. Inhaber Werner Gruber will aber trotzdem nicht aufgeben.

Das bekannte Spielzeuggeschäft in der Breyerstraße kämpft ums Überleben.  |  noen, NÖN

Mitte September wird sich das Schicksal des seit über 60 Jahren bestehenden Spielzeugladens Baader – korrekt „Spielgrube“ Werner Gruber Handels-GmbH – in der Breyerstraße 4 entscheiden. Inhaber Werner Gruber ist zuversichtlich und strebt eine Fortführung des Traditionsbetriebes an. Der NÖN erzählt er, wie das Geschäft, das Generationen von Kinderaugen mit seinen rund 18.000 verschiedenen Artikeln zum Leuchten brachte, in die roten Zahlen kam.


  Gruber musste alle Mitarbeiter freistellen

 Gruber ist Großhandelskaufmann – den Beruf hat er in der Spielzeugbranche erlernt. „In diesem Bereich hab´ ich viel Erfahrung, da investiere ich mein Herzblut und meine Liebe“, betont er. Im Büro, gleichzeitig ein Teil des Lagers, stapeln sich Kinderträume auf: Barbapapas, Seifenblasen, Wurliwurm. Werner Gruber steht im Gespräch auf, eine Kundin betritt das Geschäft.

Das muss er auch. Bis zu sechs Angestellte hatte er. Bis vor zwei Monaten noch vier. Die längstdienste war 16 Jahre bei ihm. Nun steht er alleine im Geschäft – die Nachzahlungen bei Finanzamt und Gebietskrankenkasse waren derart eklatant, dass er Konkurs anmelden und seine Angestellten freistellen musste.

Mitverantwortlich dafür sei das Konsumverhalten. „Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist der Einzelhandel zum Sterben verurteilt“, prognostiziert er. Was er damit meint? „Internet-Stores wie Amazon & Co können es sich richten. Sie zahlen keine Steuern und keinen Lohn“, sieht er übermächtige Konkurrenz.

Nicht wenige seiner Kunden kommen nur zur Beratung zu ihm. „Bestellt wird anschließend im Internet“, ärgert er sich. „Dabei sind die Menschen selbst dafür verantwortlich, ob es in einer Stadt Geschäfte gibt oder nicht“, ist er überzeugt. „Die rückläufigen Umsätze waren ein schleichender Prozess, der ein, zwei Jahre nach der Euro-Einführung einsetzte“, ist Gruber dennoch hoffnungsfroh durch seinen hohen Anteil an Stammkunden zu überleben

. „Bis zu 70 Prozent – wobei viele das Geschäft aus der eigenen Kindheit kennen“, weiß Gruber. „Die nächsten eineinhalb Jahre wird es dennoch ein steiniger Weg“, ist er überzeugt.

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