Baden

Erstellt am 23. April 2017, 04:00

von NÖN Redaktion

„Stolpersteine“ aus Kreide. Anlässlich der Eröffnung des Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus in Baden starten Schüler eine „Kreideaktion“. Geschichte soll so spürbar gemacht werden.

Am 23. April wird das neue Mahnmal in Baden am Josefsplatz eröffnet.  |  Fussi

Ein dreijähriger Prozess endet am Sonntag, 23. April. Das Kunstwerk Widerstäbe/Counterpoles am Badener Josefsplatz wird als Mahnmal an die Bevölkerung übergeben. Es soll an die Badener Opfer des Nationalsozialismus erinnern.

Schülerinnen und Schüler der Gymnasien Frauengasse und Biondekgasse und der HAK/HAS Baden werden sich an diesem Ereignis beteiligen. Sie nehmen in Baden an den ca. 400 Adressen, wo ursprünglich Jüdinnen und Juden gewohnt haben, „eine temporäre künstlerische Intervention“ vor. Sie werden vor diesen Häusern und Wohnungen mit Kreide „Stolpersteine“ mit den Namen der Vertriebenen und Ermordeten aufzeichnen. Das Wetter wird entscheiden, wie lange diese Zeichen im Boden sichtbar sind.

„Ziel der Aktion ist es, Geschichte für die Jugendlichen spürbar zu machen“

„Ziel der Aktion ist es, Geschichte für die Jugendlichen spürbar zu machen“, erläutert Beate Jorda von der der HAK/HAS Baden. „Junge Menschen können dadurch lernen, wohin der Verlust von Menschlichkeit führt. Sie können sehen, was Intoleranz, Hetze, Denunziantentum, politischer Totalitarismus, Entmenschlichung, blindwütiger Hass und Rassenwahn anrichten.“

Lesung im Cinema Paradiso

Lukas Hold von der Arbeitsgruppe „Mahnmal Baden: „Die jüdische Gemeinde der Stadt Baden war mit 2.400 Mitgliedern bis 1938 die drittgrößte Österreichs. Mit dem ‚Anschluss‘ an das Deutsche Reich unter Adolf Hitler und der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten begann auch in Baden unter Mitwirkung von Teilen der Bevölkerung die Verfolgung der Juden Badens.“ Auch Badener, die aus politischen Beweggründen gegen den Nationalsozialismus auftraten, waren Repressionen ausgesetzt, Menschen mit Behinderung wurden ermordet.

Das Cinema Paradiso veranstaltet aus Anlass der Enthüllung des Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus die „Jüdischen Filmtage“. Zum Auftakt am 25. April liest Elisabeth Orth Texte von Georg Kreisler.